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Erbauliche Lieder-Sammlung zum Gottesdienstlichen Gebrauch in den Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Gemeinen in Pennsylvanien und den benachbarten Staaten / gesammelt, eingerichtet und zum Druck befördert durch das hiesige Deutsche Ev.-Lutherische Ministerium
Entstehung
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Selbstprüfung eines Christen, c.

niget haft; ach höre, ich bin schwach, hilf mir aus meinen nöther durch Jesum Christum, Amen.

Ich laß nicht nach, das laute ach

Steigt bis jum himmel auf zu deinem throne: Gieb, Bater, du der seele ruh,

Und nimm mich an in Christo deinem Sohne.

Selbstprüfung eines Christen, der wünscht würdig zum heiligen Abendmahle zu gehen.

Ich habe mir vorgenommen, zum heiligen abendmahl zu gehen wichtiges, heiliges vornehmen! das allerdings die allerfeyerlichste vorbereitung erfordert. Ich habe mich daher in diesen einsamen und stillen ort begeben, dieß mein vorhaben vor dem Herrn zu über: denken. Und du, o Geist der gnaden, unterstüße mich, daß mir dieß eine gesegnete stunde werde, daß meine vorbereitung des namens werth sen.

Jesus will mir seinen leib und sein blut im Abendmahle zu gewies sen geben. Ich soll dadurch der ganzen versöhnungs- gnade theilhafe tig werden, die er durch die marter an seinem heiligen leibe, und durch die vergiessung seines unschuldigen blutes mir erworben hat; aber die bedingung ist: ich muß würdig kommen; Paulus fagt mir, wenn ich unwürdig erscheine, daß ich schuldig an dem leibe und blute Christi sen. Die Pharifäer und obersten der Juden, Pilatus und die trieges- tnechte waren schuldig an dem leibe und blute Christi, fie belegten denselben mit tausend martern und vergossen Jesu alle sein blut: schändliche menschen; aber in welcher gefahr schwebe ich, es ist möglich, daß ich durch mein abendmahl- gehen mit unter den haus fen jener bösewichter fann gezählet und im gerichte Gottes ihnen gleich geschätet werden, es ist möglich, daß auch ich schuldig an dem leibe und blute Christi werde, daß ich ihn den Heiland der welt von neuem freußige, o furchtbare vorstellung, entfeßlicher gedanke!

Bin ich unwürdig, so effe und trinke ich mir, wie Paulus gleich falls fagt, im abendmahle das gericht. Welches mir dem leibe und der feelen nach auf dem fusse nachfolgt, und mich in alle ewigkeit drücken wird. Der erste gedanke, der sich in mir bey dieser betrach tung hervor dringt, ist, en dann will ich lieber von diesem heiligen mahle mich entfernt halten, damit ich mich jenen traurigen folgen nicht aussehe. Allein dagegen kommen mir gleich wieder andere wichtige vorstellungen in meine unruhige feele.

Jesus hat dieß heilige mahl in den letzten stunden seines lebens auf dieser erden eingesest: es ist seine leste verordnung, sein letzter wille den er mir hinterlassen hat, und wie könnte ich so frech senn und durch selbstgemachte und erzwungene erklärung denselben schwächen oder mich der beobachtung desſelbigen schämen? er hat befohlen, daß man sich dessen zum andenken an seine liebe bedienen, daß man daben feinen tod verfündigen soll.

Die Apostel und ersten Christen haben es fleißig und brünstig zu diesem zwecke gebraucht. Paulus sagt ausdrücklich, daß er es w