Druckschrift 
Erbauliche Lieder-Sammlung zum Gottesdienstlichen Gebrauch in den Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Gemeinen in Pennsylvanien und den benachbarten Staaten / gesammelt, eingerichtet und zum Druck befördert durch das hiesige Deutsche Ev.-Lutherische Ministerium
Entstehung
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Morgen- Andacht, Samstags.

wurde auf meinen Jesum, den gekreußigten, gewiesen. Er ist das brod des lebens: in seinem rode und wunden findet meine arme feele immer neue lebenstrafte. Du hast, Herr Jesu, den wort an mir erfüllet: Kommet her zu mir alle die ihr mühselig und beladen send, ich will euch erquicken, ihr sollt ruhe für eure feele finden. Ich tam, ich wurde erquicket, ich fand ruhe für meine seele und empfinde sie noch: Lobe den Herrn, meine seele, und vergiß nicht was er dir gutes gethan hat. Und sollte mich nun bey dem beschlusse dieses tages noch et was schrecken können, sollte die finsterniß der nacht mir entfeßen ver ursachen können; nein, ich wache oder schlafe, so bist du ben mir: Alles ist in deiner hand, alles lasse ich) in deiner gnaden- hand, ja lege es von neuen in dieselbige mit einem findlichen herzen hinein, und rufe auch noch bey dem schlusse dieses tages meiner feete, ehe sich meine augenlieder schliessen, zu: tobe den Herrn, meine seele, und vergiß nicht was er dir gutes gethan hat: denn lobende schliesse mit Amen. Von jugend auf haft du geleitet,

Mein Gott! den wurm mit deiner rechten hand,

Den deine allmacht selbst bereitet;

Und der den dir heil und vergebung fand:

Mit dank entzündet, fesz ich, Bater, dir Ein denkmal heut, ein Eben- Ezer, hier.

Morgen- Andacht, Samstags.

Ich walle stündlich näher hin Bum stillen fühlen grabe; Ich walle mit gerührtem finn An meinem pilgrims- stabe Bu meinem Gott,

Durch angst und spott;

Ich weiß die fummer- shunden Hab ich bald überwunden.

Dies ist der leste tag dieser woche. Billig denke ich daben an du verfloffenen tage meines ganzen lebens, an die wohlthaten, wel che ich in denenselben genosſen, aber auch an die fehler und fünden, deren ich mich darin schuldig gemacht habe. Deine güte war alle morgen, wie sie heute ist, über mich neu, und deine treue groß. Aber, e gnadenvoller Gott, meine fünden waren auch täglich neu und meine übertretungen groß, doch deine güte überwog um Christi willen alle meine fehler, und du bliebest treu ben aller meiner untreue und da für sey auch an diesem morgen von Herzen gepriesen. So wie ich eht billig an die vergangenen tage mit wehmuth und dank mich; erinne: re, so will ich unter deinem gnaden- beystande auch der noch folgens den nicht vergessen. Wie will ich den heutigen, wie will ich alle fol gende tage zubringen, die dein rath mir in diesem thränenthale noch zugezählet hat? Wich locket und ziehet die fünde von einer, aber deine furcht und gnade von der andern seite; ach, ervarmer, reiche mit deine hand, und gieb mir fräfte dir und nicht meinem verderben u folgen. Stelle mich zu dem ende, mein Gott, in gedanken an mein sterbebette, in dem lesten tag meines lebens: o vielleicht bin ich dem felben näher als ich denke, wer weiß wie bald man das bette macht