Druckschrift 
Erbauliche Lieder-Sammlung zum Gottesdienstlichen Gebrauch in den Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Gemeinen in Pennsylvanien und den benachbarten Staaten / gesammelt, eingerichtet und zum Druck befördert durch das hiesige Deutsche Ev.-Lutherische Ministerium
Entstehung
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Abend- Andacht, Freytags.

Abend- Andacht, Freytags.

Dank sen dem ewigen erbarmen, Dank sen der unverdienten Baterhuld, Die mich in ihren liebes- armen

Ben tag und nacht getragen mit geduld; Die gnädig mich bedeckt, wenn mir gefahr Und tausendfacher fummer nahe war.

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Robe den Herrn, meine feele, und vergiß nicht was er dir gutes ge= than hat; erinnere du mich, mein Gott und höchster wohlthäter, felbst an deine wohlthaten. Hier bin ich ben den beschlusse dieses tages wieder vor dir, ich überdenke denselben ganz, so weit meine fchwache erinnerungskraft reicht: Ich sehe deutlich wie du mich mit deinen wohlthaten und güte um und um umgeben hatteft; ich danke dir für speise und tranf, ich dante dir für die gesunde luft, die ich athmen durfte; ich danke dir für die decke meines dürftigen leibes; du hast mich mit deiner rechten selbst geführet und für gefahren be wahret. Wie viele sind nicht heute, auch wohl durch einen bösen schnellen tod in die ewigkeit gerücket worden, mich aber und die mei­nigen hast du väterlich erhalten. Du hast mir deinen benstand zu meinen geschäften reichlich erfahren lasſen: O lobe den Herrn, meine feele, und vergiß nicht was er dir gutes gethan hat.

Doch alle diese wohlthaten die du dem leibe erwiesen, und womit du mich im äuſsern erfreuet und zur dankbarkeit errecket hast, sind gering, so groß sie an sich selbst sind, gegen das gute fo du meiner ar­men feele erzeiget hast. Du hast mir dein wort gegeben, und an dieß dein wort hast du mich erinnert. Ich habe mitten unter meiner ar­beit die belebende kraft deines evangeliums verspüret. Meine feelen­feinde verfolgten mich, und der ärgste derselben, den ich in meinem bufen trage, mein verdorbenes herz, o wie oft wallete das in so man nigfaltigen thorheiten ben mir auf. Aber deine machtvolle stimme, welche die fluthen des meeres stillen kann, dämpften auch diese fünd: liche aufwallungen, daß sie mich nicht dahin reinen und verderben fonnten. obe den Herrn, meine seele, und vergiß nicht was er dir gutes gethan hat. Du hast deinen Heiligen Geist in meinem herzen heute oft das füfe Abba rufen lassen, durch diesen theuren tröster wurde ich zum seufzen und flehen zu dir erwecktet, durch diesen besten lehrer wurde ich bestrafet, gelehret, gezüchtiget und getröstet, wie ich es jedesmal brauchte. O daß er meiner nie schonen möchte, wo ich fehle, bis an den letzten othem meines lebens: Willst du mir alles nehmen, mein Gott, was mir lieb ist, so nimm mur deinen Heiligen Geist nicht von mir; behalte ich diese allerbeste gabe, so habe ich mit derselben alles was mich wahrhaftig froh und glücklich machen kann. Gelobet senst du, daß ich auch heute durch ihn bin erinnert worden, ganz besonders mich vor dir zu sammlen und von meinen äussern ges schäften so viel abzubrechen, um mein herz in meinem fämmerlein vor dir zu erheben; o was empfand meine seele da, da war Gottes haus, da war die pforte des himmels: dein geist sprach meinem geiste manch) süsses trostwort ein. Lobe den Herrn, meine feele, und vere nicht was er dir gutes gethan hat. Ich empfand meine schwach: heit, und fühlte mein verderben, aber ich wußte auch durch diesen deinen Geist sogleich), wo ich rath und trojt dagegen finden könnte, ich