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Vorrede.
Sibea, Richt. 19, das unmenschliche Geschren zu Codom vor Lob Hause, Gen. 19, der Singe- Tanz um das güldene Kalb, Exod. 32 und dergleichen Concerten, sind eigentlich nach dem Geschmack de unsaubern Geistes und seines grossen Anhangs. Wenn aber David der göttliche Dichter und Virtuoso, seine Dicht- und Ton- Kunst übte so flohe der böse Geist von Saul.
Dieses voraus gefest, so wende ich mich in Demuth und Bertrauen nächst Gott, dem höchst gebietenden Eigenthumsherrn seines Gnaden reichs, zu denen zwiefacher Ehren werthen, achtbaren und in Christ herzlich geliebten Lehrern, Seelsorgern, Aeltesten, Vorstehern un Gliedern der Evangelischen Gemeinen in Nord- America, absonder lich in den Vereinigten Staaten, Pennsylvanien, Jersey, Neu- yorl Maryland, Virginien, Carolina und Georgien, mit Bitten, wohlgedach dieselben wollen mit vereinigtem Muth und Fleiß dieses Gesangbuch als einen köstlichen Echah alter und neuer auserlesener Kern- uni Kraft- Lieder anpreisen, einführen und anwenden zur Seelen- Er bauung und reichen Segen, für das gegenwärtige Geschlecht, bis au ihre spätesten Nachkommen, zum würdigen Gebrauch, so wohl ber dem öffentlichen Gottesdienst als auch ben Hausandachten. Dies alten und neuen Lieder sind aus der lautern Quelle der von Gott ge offenbarten heiligen Echrift geschöpfet, von gottseligen Dichtern, nad dem Maaß der verschiedenen Geistes- Gaben verfertiget und gleichsan zubereitet, als gefunde Mutter- Milch für Kinder, und starke Speise für Jünglinge und Männer in Christenthum, wie auch zur Rührung und Erweckung annoch sicherer Sünder und Heuchler, wie die Rus bricken zeigen. Sie enthalten die wesentlichen zur Geligkeit nöthiger Glaubens- Lehren und Lebens- Pflichten, weisen die Ordnung unt Mittel zu dem gebahnten Lebens- Wege an, und begleiten gehörges bende und folgfame Seelen durch die Prüfungs- Beit bis zum Reid der Herrlichkeit. Die Tonkünstler haben sich nach ihrem Vermögen bemühet, Melodien darzu zu machen, die den göttlichen Wahrheiter angemessen seyn und sie durchs Gehör dem Herzen desto lebhaften eindrücken sollen.
Könte ich nun noch den rechten Gebrauch dieses geistlichen Pfalme und Lieder- Schaßes bemerken, solte mirs lieb seyn; aber Raum un Unvermögen wollen nur zu wenig gestatten.
1. Begabte und begnadigte Lehrer wählen zum öffentlichen Gottes dienst solche Lieder, die sich für vermischte Bersammlungen schicke und so viel möglich mit ihren abzuhandelnden Wahrheiten überein stimmen, dieselben erläutern und eindrücklich machen.
2. Vorzüglich wäre zu wünschen, daß alle Sänger und Sängerin nen, in öffentlichen und Privat- Versammlungen, sich selber bewuß bleiben, und bey den Worten, die der Mund und Lippen ausrufer auch denken und empfinden möchten, was sie zu bedeuten haben weil es sonst heift, Matth. 15," Dies Volk nahet sich zu mir mit der Munde und ehret mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist ferne w mir." Amos 5, 23.
3. Erfahrne treue Seelsorger thun auch wohl, wenn sie die Kerns Lieder bey Gelegenheit erklären, die Begriffe entwickeln und den an: vertrauten Ceelen begreiflich zu machen suchen, welches nicht ohn Nuß und Segen bleibet. Wo das nicht geschieht, so geht es im Ver gleich als wenn man kleinen Kindern oder alten Leuten, die kein


