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Erbauliche Lieder-Sammlung zum Gottesdienstlichen Gebrauch in den Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Gemeinen in Pennsylvanien und den benachbarten Staaten / gesammelt, eingerichtet und zum Druck befördert durch das hiesige Deutsche Ev.-Lutherische Ministerium
Entstehung
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Vorrede.

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und es erforschen, ob es leicht gerühret wird, wie und wodurch es bes weget wird. Ein von Natur und Gnade begabter Componist, der die Töne, wie auch die Gemüths- Bewegungen und Leidenschaften der Menschen gründlich verstehet und Birtuosen zur Hülfe hat, der kan leicht die geheime Beschaffenheit der verschiedenen menschlichen Ge­müther und Temperamente entdecken. Es gibt Gemüther, die sich mit bündigen fanften Worten bewegen, überzeugen und mit einem Wint leiten lassen. Es gibt andere, die mit harten Worten und Drohungen, noch andere, die mit Schlägen in Bewegung gesetzt wer den müssen. Eine solche verschiedene Macht hat die ächte Dicht- und Ton- Kunst auf die menschlichen Gemüther.

" Erhabene Seelen, die das Feine und Göttliche in der recht com­ponirten Kirchen- Musit nach dem Wort und Ton empfinden, werden dadurch geschmolzen und erweitert, daß die göttlichen Wahrheiten im Gebet, Gefang und Predigt mehr Raum finden, sich besser anlegen und tiefere Wurzel fassen. Menschen aber, die tein Gehör, kein Ge­fühl noch Geschmack von dem, was in der Musik göttlich ist, haben, die empfinden nur Bergnügen und Geschmack an der gröbern Schaale der Musik. Solche haben noch dicke Ohren und ungebrochene Ge­müther, welche mit der Tromniel, Bierfiddel, zc. erfüllet und gerüh­ret werden.

" Allein so edel und erhaben auch die ächte Musik ihrem Ursprunge und innern Werthe nach ist, so geräth sie doch ben vielen in Berachtung und Abscheu wegen des sündlichen Mißbrauchs derselben. Man findet ja leider, fast in allen Städten und bewohnten Gegenden, Mißgeburten von Reimschmieden, Sängern und Spielleuten, welche ihre abgeschmackten Künste oft genug im jämmerlichen Ton hören lassen, vorzüglich an zweyten Fenertagen, auf den Jahr- Markten, ben Hochzeiten, in den Schenken und Erndten, und damit den nie­derträchtigsten Lüsten dienen, unter dem Jauchzen und Lärm rasender Creaturen in Menschen- Haut gekleidet; aber der Mißbrauch hebet den rechten Gebrauch nicht auf. Die ächte Dicht- und Ton- Kunst hat eben das Schicksal wie andere göttliche Gaben, die auch auf schwere Rechnung gemißbraucht werden, und deswegen ben Verständigen ihrern innern Werth nicht verlieren. Und wie könte jemand ohne Verfündigung die ächte Bokal- und Instrumental- Mufit verachten und verabscheuen? da selbst die Menge der Himmlischen Heerschaaren diese göttliche Kunst ben dem größten Wunder, nemlich, ben der Ge burt des Welt- Heilandes feyerlichst übten und in füßster Harmonie das Thema musicirten: Ehre zu Gott in der Höhe, Friede auf Erden, und Wohlgefallen an den Menschen! das himmlische Bergnügen der Gemeinschaft im majestätischen Geister- Reiche wird uns ja unter dem Bilde der ächten Musik vorgestellt; ob es zwar nicht zu denken ist, daß ben Geistern eine körperliche Musik, die nur unserer Atmosphere angemessen, statt finde; so lehret uns doch die heilige Schrift, daß die Beschäftigung der himmlischen Einwohner so etwas sen, das sich unter allen irdischen Dingen am nächsten mit dem Harmonisch- Unge: nehmsten in der ächten Dicht- und Ton- Kunst vergleichen laſse."

Hingegen zeigt auch die heilige Schrift und Erfahrung, daß das Reich der Finsterniß einen Ekel und Abscheu an dem rechten Gebrauch diefer göttlichen Gabe, und nur einen verdorbenen Geschmack an dem Mißbrauch derselbigen habe; z. E. das faule Getöse der Bürger zu