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dre lieber Christ meine Worte vom heil. Gebete und befleiße dich denfelben nachzukommen. Das Gebet ist die Nahrung der Seele, es ist die reiche unerschöpfliche Quelle himmlifcher Güter und der Schlüssel zu der Schahkammer der Gnade Gottes. Das Gebet ist die Erhebung des Gemüthes zu Gott, nicht aber eine bloße Bewegung des Mundes und der Lippen, es ist die Sprache des Herzens, das zu Gott spricht. Wenn du daher Glaube, Hoffnung und Liebe oder Reue und Leid in deinem Herzen erweckest, so betest du, wenn du zu Gott um Ge wahrung eines Wunsches flehest, oder wenn du Gott für eine erhörte Bitte Dank fagest, dann betest du. Du betest ferner wenn du Gott die Last des Tages aufopferst und in feiner Gegenwart wandelst. So oft fich dein Geist von dem Irdischen zu dem Ewigen erhebt, ist es Gebet. Hüte dich jedoch in deinem vermeintlichen Gebet nur mit dem Munde zu reden, während deine Gedanken und Begierden auf zeitliche und eitle Dinge gebeftet sind; welches nur ein leeres Wortgepränge und kein Gebet zu nennen wäre. Trage daher Sorge, daß sich dein Geist im Gebete fam melt und das Gemüth auffaßt, was der Geist ausspricht. Wenn du fromm und in der Furcht Gottes lebest, fo


