Morgen- und Abendandachten. 257
mich gesund zu deinem Throne treten, dein Sonntag wecke mich mit Loben wieder auf; so werd ich vor dir stehn, mit Hören, Singen, Beten, ach wie sehr freuet sich mein Herze schon darauf. Soll aber in der Nacht der Tod die Augen brechen, und dieser WocheSchluß der Schluß des Lebens seyn, so laß mir deinen Mund ein gnädigsUrtheil sprechen, und binde meine Seel in Lebens- Bundlein ein. Wo kann mir besser seyn, als droben in dem Himmel? Man trifft doch in der Welt nur Leidenswochen an. Mein Jesu! eile doch, daß ich dem Weltgetümmel die legte gute Nacht aufErden sagen kann. Indessen will ich mich dem Irdischen entreißen, und nurdes Himmlischen im Glauben mich erfreun; ein sanfter Cod wird mir mein Feyerabend heißen, und wenn ich aufersteh, mein ewger Sabbathfeyn. Abend: Lied.
Mel. berzlich thut mich verlangen. Die Woche geht zum Ende, nicht aber Gottes Treu; denn wo ich mich hinwende, da ist sie immer neu. Die Zeit kann wohl verschwinden, nur Gottes Güte nicht; fie läßt sich täglich finden, und giebet Trost und Licht.
2. D Herr! durch deine Güte bin ich noch, was ich bin; mit dankendem Gemüthe leg ich mein Opfer hin, für alle Gnadengaben, die Leib und Seel erfreun; denn was wir Menschen haben, ist, Höchster, alles dein.
3. Die ganze Wochezeuget von deiner Gütigkeit, die du zu mir geneiget; ja meine Lebenszeit, vom Anfang bis R
jegund


