258 Benj. Schm. Morgen- und Abendandachten. jegunder, auf diesen Augenblick, rühmt deine Gnaden- Wunder im Glück und Ungelück.
4. Allein mein Herze bebet, wenn es zurücke denkt, wie übel ich gelebet, und dich, mein Gott, gekränkt; je mehr du mich geliebet, und mich verschonet hast, um desto mehr betrübet mich meine Sündenlast.
5. Uch strafe nicht im Grimme gehäufte Missethat; weil deine Baterstimme mich jetzt gerufen hat, so schrey ich: Ach erbarme, erbarm dich über mich; ich fall dir in die Arme, ach schone gnädiglich.
6. Mein Glaube heißt mich hoffen, es sey durch Chris sti Blut ein neuer Bund getroffen, und alles wieder gut; drum will ich dir geloben, auf ewig treu zu seyn; dein guter Geist von oben wird mir die Kraft verleihn.
7. Ich bin dein Kind aufs neue, drum gieb, daß diese Nacht mich auch dein Schuß erfreue, der alles sicher macht. Ich werde gleichsam sterben, der Schlaf gleicht ja dem Tod, doch kann ich nicht verderben, du lebst in mir, mein Gott.
8. Ja du, mein Gott, wirst machen, daß ich kann ruhig seyn, du wirst selbst wohl bewachen, und von Gefahr befreyn: dein Kind wird sicher liegen, als wenns im Himmel wär, will mich ein Feind bekriegen, deckt mich der Engel Heer.
9. Duwirst auch die versorgen, die mein u. deine seyn; so werden wir uns morgen in deiner Kraft erfreun. Wir werden Opfer bringen, und deiner Gnad und Macht mit Herz und Mund lobsingen, die uns so treu bewacht.
10. Soll das in diesem Leben die letzte Woche seyn, will ich nicht widerstreben, und mich im Geiste freun auf jenen Feyerabend, den Christi Tod gemacht, und diese Hoffnung habend, sprech ich nun gute Nacht.


