Druckschrift 
Der mit rechtschaffenem Herzen zu seinem Jesu sich nahende Sünder : in auserlesenen Buß- Beicht- und Communion-Andachten ... nebst den Morgen- und Abend-Andachten / Benjamin Schmolckens
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Vorrede.

rühmet, als göttliche Barmherzigkeit, die Christus darum erworben, damit der Sünder, der sie gar nicht verdient, daselbst Ruhe für seine Seele finde, wenn er sich eingefunden. Denn Gott siehet das Herz an, 1. Sam. 16, 7. Er prüfet Herz und Nieren, Pf. 7, 10. und seine Augen sehen nach dem Glauben, Jer. 5, 2. Die Reue muß also rechtschaffen seyn, jedoch nicht knechtisch. Sie entstehet aus der Betrachtung der Gerechtigkeit Gottes, die den Sündern den Fluch drohet, weil verflucht seyn soll, wer nicht alle Worte des Ge­setzes erfüllet, daß er darnach thue, 5 B. Mof. 27, 26. Ist sie aber einmal in die Flamme ge= setzt, so wird die Gluth durch das Del der Barm­herzigkeit Gottes vermehret und erhalten. Petrus empfand ohnfehlbar, nach der entseglichen Verläug­nung seines Heilandes, die Pfeile der Gerechtig-= keit Gottes in seinem Gewissen. Er war mehr erschrocken, als betrübt. Als ihn aber Jesus liebreich anblickte, da fing er ernstlich an bitterlich zu weinen, weil er sahe, daß er den betrübet, der ihn je und je so herzlich geliebet, und aus lauter Gnade und Güte zu sich gezogen, Jer. 31, 3. Es weinet also ein rechtschaffener bußfertiger Sün­der über seine Sünde mehr aus Liebe zu seinem beleidigten himmlischen Vater, als aus Furcht vor der Strafe eines eifrigen Gottes. Die Furcht ist wie Mosis Stab, die bey vielen 3weis feln den Fels des Herzens aufreißet, und Löcher macht, durch welche aber hernach sich die Liebe in milde Fluthen ergießet, 4 Mos. 20, 8. Doch je mehr die salzigen und bittern Gewässer der )(

Reve