Vorrede.
bleibet wohl, theils zu großer Betrübniß der Frommen, theils zu empfindlicher Beschämung der Gott losen wahr, was die Weisheit Salamonis nach langem Forschen beklaget: Viele Menschen werden fromm gerühmet, aber wer will finden einen, der rechtschaffen fromm sey? Wer fann sagen: Ich bin rein in meinem Herzen, und lauter von meiner Sünde? Sprüchw. 20, 6. 9. Absonderlich ist dieses unmöglich, wo die Augen Gottes das Gericht halten, die heller sind, denn die Sonne; Sir. 23, 28. vor welchen auch die Himmel nicht rein, und die Heiligen nicht ohne Tadel sind, Hiob 15, 15. Diese Augen sehen nicht durch die Finger, sie sehen in die dun. kelsten und innersten Winkel. Sie ergründen das menschliche Herz, das der Mensch selbst nichter gründen kann. Jer. 17, 9. 10. Daher David spricht: Unsere Missethat stellest du vor dich, unsere unbekannte Sünde ins Licht vor dein Angesicht; Ps. 90, 8. fintemal alles blos und entdeckt ist vor deinen Augen, Ebr. 4, 13. was sonst dem Menschen verborgen ist, und er selbst sich zu verbergen suchet. Nachdem also Gott alles beschlossen unter die Sünde, auf daß er sich aller erbarme: Gal. 3, 22. Röm. 11, 22. So ist er endlich ein rechtschaffener Diener Gottes, in deß Geist kein Falsch ist, und der seine Missethat nicht verschweiget, Pf. 32, 2. sich selbst nicht heuchelt; sondern sein eigener strenger Richter wird, und bey Erkenntniß seiner vielen Sünden Gott mit einer täglichen Buße entgegen gehet, ihm seine Sünden bekennet, dabey auch keine andere Hülfe suchet, oder
rühs


