- 8
-
3. Der Student.
Aloysius hatte alle Lust und Liebe zum Kriegs. dienste ganz verloren er wollte sich zu einem ganz andern Kämpfer heranbilden. Er hatte schon geahnet, daß nur jene das Himmelreich an sich reißen, die Gewalt brauchen, und war bei sich bereits entschlossen, nur unter der Fahne des Kreuzes und zwar für Christus um die Krone des ewigen Lebens zu kämpfen. Diese seine Gesinnung und Absicht konnte die Mutter wohl wahrnehmen; er benahm ihr aber vollends jeden Zweifel, der etwa noch möglich gewesen wäre, indem er eines Tages sagte: Mutter, Sie wünschten einen Sohn im Ordensstand zu sehen, ich glaube, daß Gott Ihnen diesen Wunsch erfüllen wird und daß ich dazu bestimmt bin."
Die Mutter hatte wohl jenen Wunsch, und glaubte auch, daß Gott mit Aloysius etwas Besonderes vorhabe: aber sie wollte doch nicht recht daran denken, daß Aloysius, der Erstgeborne, in einen geistlichen Orden eintreten werde. Noch viel weniger dachte der Markgraf an so Enwas. Er war bea sorgt, den Aloysius für seine vermeintliche Laufbahn frühzeitig genug und gehörig ausbilden zu lassen, und schickte ihn daher im Sommer 1577 mit dem jüngeren Bruder Rudolph, unter Aufsicht eines Hofmeisters, nach Florenz an den Hof des Großherzogs von Toskana. Daselbst sollte er die lateinische Sprache lernen und in der italienischen rechte Gewandtheit erlangen- nebenbei auch edeln Anstand und feine Lebensmanieren sich aneignen. Da er nach des Vaters Anordnung in einem stillen Privathause wohnte, konnte er ungestörter sich nach Herzenslust dem Ges bete und Studium ergeben, und machte auch bald


