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Betrachtung am Mittwoch.
Dich, du unendliche Güte, beleidigt; nun hasse ich meine Sünden und liebe Dich, und beweine, daß ich Dich mit Ungerechtigkeit gekränkt, o Gott, der du unendlicher Liebe würdig bist.
2. Betrachte, wie Gott zu dir gesprochen, als du sündigtest: Kind, Ich bin dein Gott, der dich aus Nichts erschaffen hat, und Ich habe dich mit meinem Blute wieder erkauft; Ich untersage dir, jene Sünde zu thun, unter Strafe meiner Ungnade. Du aber sprachst, indem du fündigtest, zu Gott deinem Herrn: Ich will Dir nicht gehorchen, ich will mir diesen Genuß verschaffen, und es liegt mir nichts daran, ob es Dir mißfällt, und ob ich deine Gnade verliere. Ich will Dir nicht dienen. Ach mein Gott, und das hab ich öfters gethan und Du hast mich ertragen. O, daß ich gestorben wäre, bevor ich Dich je beleidigt hätte! Ich will Dir nicht mehr mißfallen, ich will Dich lieben, o unendliche Güte. Gieb Du mir Standhaftigkeit, gieb Du mir deine heilige Liebe.
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3. Betrachte, daß die Sünden, wenn sie eine gewisse Zahl erreicht haben, bewirken, daß Gott den Sünder verläßt. Gott wartet mit Geduld, auf daß Er strafe, wenn der Tag des Gerichtes herangekommen und das Maaß der Sünden erfüllet ist." Wenn du also, mein Bruder, von neuem zur Sünde versucht wirst, so sprich nicht mehr: ich werde sie später beichten. Denn wenn Gott dich alsdann sterben läßt, wenn Gott Sich zurückzieht, was wird aus dir für die ganze Ewigkeit werden? Auf diese Weise sind so Viele verloren gegangen. Auch sie hofften vermessentlich auf Vergebung, aber der Tod hat fie hingerafft, und sie haben sich die ewige Verdammniß zugezogen. Der verdient kein Erbarmen, der Gottes Güte mißbraucht um Ihn zu beleidigen. Nach so vielen Sünden, die Gott dir verziehen, hast du wohl Ursache zu fürchten, Gott werde dir eine neue Todsünde nicht mehr verzeihen. Danke Ihm, daß Er bis jegt auf dich gewartet hat, und fasse den festen Vorsag, eher den Tod zu erleiden, als eine neue Sünde zu begehen. Sprich von heute an immerbar: Herr, ich habe Dich genug beleidigt; was mir noch von meinen Tagen übrig bleibt, will ich nicht dazu verwenden, Dir zu mißfallen; nein, wahrlich das verdienst Du nicht; ich will sie nur verwenden Dich zu lieben und die Beleidigungen, die ich Dir zugefügt, zu beweinen. Ich bereue sie von ganzem Herzen. Mein Jesu, ich will Dich lieben, gieb Du mir Kraft dazu. Maria, meine Mutter, komm mir zu Hülfe. Amen.
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Betrachtung am Mittwoch.
Vom Tode.
1. Betrachte, mein Christ, daß dieses Leben für dich einst aufhören wird. Der Spruch ist schon ergangen, du mußt sterben. Der Tod ist uns allen gewiß, aber wir wissen nicht wann er kommt. Wie wenig ist nöthig, den Tod herbeizuführen? Ein Schlagfluß, eine zersprungene Ader, ein Stickfluß, ein Blutsturz, der Biß eines elenden giftigen Thierchens, ein Fieber, ein das Stich, ein Schlag, eine Ueberschwemmung, ein Erdbeben, ein Bliz alles kann dir das Leben nehmen. Der Tod wird dich ereilen, wann du am wenigsten daran denkst. Wie Viele haben sich am Abend schlafen gelegt, und
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