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Betrachtung am Montage.
Betrachtung am Montage.
Von der Wichtigkeit unserer Bestimmung.
1. Betrachte, o Mensch, wie viel daran gelegen ist, deine hohe Bestimmung zu erreichen. Es ist Alles daran gelegen. Denn wenn du sie erreichst, bist du gerettet, wirst ewig selig seyn und an Leib und Seele alles Gute genießen; aber wenn du sie verfehlst, verlierst du Leib und Seele, Himmel und Gott, wirst ewig elend und auf immer verworfen seyn. Das ist also das Geschäft aller Geschäfte, das einzig wichtige, einzig nothwendige: Gott dienen und deine Seele retten. Daher sprich nicht mehr, mein Christ: jezt will ich mir gütlich thun, später will ich mich Gott ergeben und hoffe mich zu retten. wie viele hat diese falsche Hoffnung zur Hölle geführt, die auch so sprachen und und jetzt ohne Rettung verloren sind. Welcher Verdammte hat sich wohl selbst verdammen wollen? Aber wer aus Hoffnung auf Vergebung fündigt, wird von Gott verflucht.„ Verflucht sey, wer sündigt mit Hoffnung." Du sprichst, ich will diese Sünde begehen, dann will ich sie beichten. Wer weiß denn, ob du die Zeit dazu haben wirst? Wer versichert dich, daß du nicht gleich nach der Sünde stirbst? Unterdessen verlierst du die Gnade Gottes; und wenn du sie nun nicht wiederfindest? Gott erzeigt Barmherzigkeit dem der Ihn fürchtet, nicht dem der Seiner spottet. Seine Barmherzigkeit währet von Geschlecht zu Geschlecht, bei denen die Ihn fürchten." Luc. 1, 50. Sage nicht mehr ich habe eben so schnell drei Sünden gebeichtet als zwei, denn zwei Sünden wird Er dir vergeben, und drei nicht. Gott erträgt, aber Er erträgt nicht immer. Wenn das Maaß der Sünden voll ist, wird Er strafen." 2 Machab. 6, 14. Wenn das Maaß voll ist, verzeiht Gott nicht mehr, sondern straft mit dem Tode, oder verläßt den Sünder, daß er sich von Sünde zu Sünde in die Hölle stürze, eine Strafe, die härter ist, als der Tod. Merke auf, Bruder, auf das, was du jetzt liesest. Fasse einen Entschluß, widme dich Gott. Fürchte, daß dieses die letzte Warnung sey, die Gott dir schickt. Genug haft du Ihn beleidigt, lange genug hat Er dich ertragen. Bittere, daß bei einer neuen Todsünde Gott dir vielleicht nicht mehr vergiebt. Siehe, es handelt sich um deine Seele, es gilt die Ewigkeit. Wie viele hat dieser große Gedanke an die Ewigkeit von der Welt losgerissen und angetrieben in Klöstern, Einöden und Höhlen zu leben. O ich Armer, was hab ich denn durch meine vielen Sünden erreicht? Das Herz betrübt, die Seele belastet, die Hölle verdient, Gott verloren. Ach, mein Gott und mein Vater, befestige mich in deiner Liebe.
2. Betrachte, wie diese ewige Angelegenheit am meisten vernachlässigt wird. An Alles wird gedacht, nur nicht an das Seelenheil. Für Alles hat man Zeit, nur nicht für Gott. Man sage einem Weltmenschen, er solle zu den hh. Sacramenten gehen, täglich eine halbe Stunde beten, und er antwortet: Ich habe Kinder, habe Verwandte, habe Besigungen, habe zu thun. O Gott, und Hast du denn keine Seele? Verwende deine Reichthümer, rufe deine Kinder, deine Verwandten, daß sie dir in der Todesstunde helfen und dich von der Hölle


