Betrachtung am Sonntage.
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erschaffen hat, auf daß du Ihn liebest und Ihm dienest in diesem Leben, um Ihn nach demselben im Himmel zu besigen. Also bist du nicht geboren und darfst nicht leben um zu genießen, um reich und mächtig zu werden, um zu effen, zu trinken und zu schlafen wie das vernunftlose Thier; sondern nur um deinen Gott zu lieben und dein ewiges Heil zu wirken. Und die erschaffenen Dinge hat dir der Herr überlassen, daß du dich ihrer zur Erreichung deiner hohen Bestimmung gebrauchest. O ich Unglücklicher, der ich an alles Andere gedacht habe, nur nicht an meine Bestimmung. Mein Vater, um der Liebe Jesu willen, mache daß ich ein neues, ganz heiliges, deinem göttlichen Willen angemessenes Leben anfange.
2. Betrachte, welche Gewissensbisse du in der Todesstunde empfinden wirst, wenn du nicht darauf bedacht gewesen bist, Gott zu dienen. Welches Leid, wenn du am Ende deiner Tage einsiehst, daß dir in jener Stunde von Reichthum, Größe, Ehre und Vergnügen kein Stäubchen übrig bleibt? Du wirst staunen, daß du für Eitelkeiten und Nichtswürdigkeiten die Gnade Gottes verscherzt und deine Seele verloren hast; dann wirst du weder Zeit noch Macht haben, das gethane Böse wieder gut zu machen und den rechten Weg einzuschlagen. O Verzweiflung, o Qual! Dann wirst du einsehen, wie kostbar die Zeit ist, aber zu spät; du wirst wünschen, sie mit deinem Blute wieder zu erkaufen, aber vergebens. O Tag der Bitterkeit für den, der Gott nicht geliebt und Ihm nicht gedient hat.
3. Betrachte, wie sehr man seine hohe Bestimmung vernachlässigt. Man denkt darauf Reichthümer zu sammeln, man denkt an Essen und Festgelage und wie man seine Zeit angenehm zubringe. Und man denkt nicht daran, Gott zu dienen, man hat nicht Acht, seine Seele zu retten, und hält sein ewiges Ziel für eine Kleinigkeit. Und so geht der größte Theil der Christen in Saus und Schmauß unter Sang und Klang zur Hölle. wenn sie wüßten, was die Hölle heißen will! O Mensch, du giebst dir so viele Mühe dich zu verdammen, und willst nichts thun um dich zu retten! Es starb ein Sekretair eines Königs von England, der auf seinem Todesbette klagte:„ O ich Glender! ich habe so viel Papier verbraucht um Briefe für meinen Fürsten zu schreiben, und ich habe kein Blatt dazu verwandt, mich meiner Sünden zu erinnern und eine gute Beichte zu verrichten." Philipp III., König von Spanien, rief sterbend aus: O hätte ich meinem Gott in einer Einöde gedient und wäre niemals König gewesen!" Aber was nügen dann jene Seufzer und Klagen? Wie leicht können sie auf dem Todesbette die Verzweiflung nur vergrößern! Lerne du auf Kosten Anderer um dein Heil bekümmert seyn, wenn du nicht in Verzweiflung fallen willst, und wisse, daß Alles was du außer Gottes Wohlgefallen sagst, thust und denkst, verloren ist. Auf denn! jegt ist es Zeit, dein Leben zu ändern. Warum willst du auf die Todesstunde warten, um dich zu enttäuschen? An den Pforten der Ewigkeit, an den Thoren der Hölle, ist keine Zeit mehr, deinen Irrthum wieder gut zu machen. mein Gott, ver= zeihe mir! Ich liebe Dich über Alles. Es reut mich mehr als alles Üebel, Dich je beleidigt zu haben. Maria, meine Hoffnung, bitte für mich zu Jeſu.
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