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Himmlisches Palmgärtlein : katholisches Gebet- und Erbauungsbuch / von dem ehrwürdigen Priester Wilhelm Nakatenus aus der Ges. Jesu [...] verfaßt. Neu bearb. und mit verschiedenen Zusätzen vermehrt durch Joseph Laurent. Die darin enthaltenen Lieder größtentheils übersetzt und bearb. von Friedrich Schlosser
Entstehung
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Das Leiden unseres Herrn Jesu Christi.

Kreuze, daß wir sehen, und glauben. Er vertrauet auf Gott, der erlöse Ihn nun, wenn Er Wohlgefallen an Ihm hat; denn Er hat gesagt: Ich bin Got­tes Sohn. Es verspotteten Ihn auch die Kriegsknechte, traten binzu, und reichten ihm Essig, und sprachen: Bist Du der König der Juden, so hilf Dir selbst. Auch die mit ihm gekreuzigt waren, lästerten Ihn.

Jesus aber sprach: Vater vergieb ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun. Und einer von den Uebelthätern, die da hingen, lästerte Ihn und sprach: Bist Du Christus, so hilf Dir selbst und uns. Da antwortete der andere, strafte ihn und sprach: Und du fürchtest nicht Gott, da du doch in gleicher Verdammniß bist? Und zwar wir mit Recht, denn wir empfangen was unsere Thaten verdient haben; dieser aber hat nicht Böses gethan. Und er sprach zu Jesu: Herr, gedenke mein, wann Du in dein Reich kommen wirst. Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich sage Ich dir, heute wirst du mit Mir im Paradiese seyn. Es stand aber bei dem Kreuze Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester, Maria Cleophe und Maria Magdalena. Da nun Jesus seine Mutter sah, und den Jünger dabei stehen, den Er lieb hatte, sprach Er zu seiner Mutter: Weib, sieh, dein Sohn! Danach sprach Er zu dem Jünger: Sieh, deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich. Und es war um die sechste Stunde, und es ward eine Finsterniß über den ganzen Erdboden bis um die neunte Stunde, und die Sonne verlor ihren Schein. Und um die neunte Stunde rief Jesus mit lau­ter Stimme und sprach: Eli, Eli, Lamma sabbacthani, das ist: Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen? Und etliche von denen, die dabei standen, da sie das hörten, sprachen: Er rufet den Elias. Laffet uns sehen, ob Elias komme und Ihm helfe. Hierauf als Jesus wußte, daß Alles vollbracht war, auf daß die Schrift erfüllet würde, sprach Er: Mich dürstet. Es war aber ein Gefäß da voll Essig, und einer von ihnen lief gleich hin und füllte einen Schwamm mit Essig und steckte ihn auf einen Ysopstengel und hielt es Ihm an den Mund, damit Er trinke. Da nun Jesus den Effig genommen hatte, sprach Er: Es ist vollbracht. Und Jesus rief abermal mit lauter Stimme und sprach: Vater, in deine Hände befehle Ich mei nen Geist. Und als Er das gesagt hatte, neigte Er das Haupt und gab seinen Geist auf.

Und siehe der Vorhang im Tempel zerriß in zwei Stücke, von oben bis unten. Und die Erde erbebte und die Felsen zersprangen und die Gräber thaten sich auf, und viele Leiber der Heiligen, die da schliefen, standen auf, und sie gingen aus den Gräbern nach seiner Auferstehung und kamen in die heilige Stadt, und erschienen Vielen. Der Hauptmann aber, der gegenüber stand, da er sah, daß Er also rufend den Geist aufgegeben, pries Gott und sprach: Fürwahr, dieser Mensch war gerecht, und ist wahrhaftig Gottes Sohn gewesen. Und die ganze Schaar derjenigen, welche da zugegen waren und sahen, was sich zutrug, schlugen an ihre Brust und kehrten heim. Aber alle seine Bekannten standen von fern und sahen zu. Es waren auch Weiber da, welche von fern zusahen, unter diesen war Maria Magdalena, und Maria, Jakobi des Jüngern und Josephs Mutter, und Salome die Mutter der Söhne Zebedät, welche Ihm nachgefolgt waren, da Er in Galiläa war, und Ihm ge­