Druckschrift 
Himmlisches Palmgärtlein : katholisches Gebet- und Erbauungsbuch / von dem ehrwürdigen Priester Wilhelm Nakatenus aus der Ges. Jesu [...] verfaßt. Neu bearb. und mit verschiedenen Zusätzen vermehrt durch Joseph Laurent. Die darin enthaltenen Lieder größtentheils übersetzt und bearb. von Friedrich Schlosser
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Das Leiden unseres Herrn Jesu Chriſti.

609

dient hatten, sammt vielen andern, die zugleich mit Ihm hinauf gen Jerusalem gekommen waren. Die Juden aber, weil es der Rüsttag war, auf daß nicht während des Sabbats die Leichname am Kreuze blieben( denn es war der große Sabbatstag), baten den Pilatus, daß ihnen die Beine gebrochen und sie abgenommen würden. Da kamen die Kriegsknechte und brachen dem ersten die Beine und dem andern, der mit Ihm gekreuzigt war. Als sie aber zu Jesu kamen, und sahen, daß Er schon gestorben war, brachen sie Ihm die Beine nicht: sondern einer von den Kriegsknechten eröffnete seine Seite mit einem Speer und alsbald floß Blut und Wasser heraus. Und der das gesehen hat, der hat Zeugniß davon gegeben und sein Zeugniß ist wahr. Und er weiß, daß er die Wahrheit sagt, auf daß ihr auch glaubet. Denn dieß ist geschehen, damit die Schrift erfüllet würde: Ihr sollet Ihm kein Bein zerbrechen." Und aber­mal spricht eine andere Schrift: Sie werden sehen auf Den, welchen sie durch­stochen haben." Als es schon spät geworden war, kam Joseph von Arimathäa, ein vornehmer Rathsherr, ein guter und gerechter Mann, der auch ein Jünger Jesu war, aber im Geheimen aus Furcht vor den Juden, und ihren Anschlä­gen und Handlungen nicht beigestimmt hatte, und ging kühn zu Pilatus und bat, daß er ihn den Leichnam Jesu abnehmen lasse. Pilatus aber verwunderte sich, daß Er schon verschieden wäre. Und er ließ den Hauptmann kommen und frug ihn, ob Jesus schon gestorben wäre. Und nachdem er es vom Haupt­manne vernommen, schenkte er Joseph den Leichnam. Also kam dieser und nahm den Leichnam Jesu ab. Es kam aber auch Nikodemus, der zuvor bei der Nacht zu Jesu gekommen war, und brachte Myrrhen und Aloe unter ein­ander gemengt an die hundert Pfund. Also nahmen sie den Leichnam Jesu und banden Ihn in leinene Tücher mit Spezereien, wie die Juden pflegen die Todten zu bestatten. Es war aber an dem Orte, wo Er gekreuzigt worden, ein Garten, und in dem Garten ein neues Grab, welches Joseph in einen Fel­sen gehauen hatte, und worin noch Niemand gelegt worden war. Daselbst legten sie Jesum hin, wegen des Rüsttags der Juden, weil das Grab in der Nähe war. Und sie wälzten einen großen Stein vor die Thüre des Grabes. Es waren aber daselbst Maria Magdalena und die andere Maria, die setzten sich dem Grabe gegenüber.

Ewige Wahrheiten,

oder Betrachtungen auf jeden Tag der Woche. Aus dem Italienischen des H. Alphonsus Maria von Liguori.

Vorbereitung.

Erwecke, meine Seele, den Glauben an die Gegenwart Gottes. Dann 1. kniee nieder vor Gott und bete Ihn an aus der Tiefe deiner Seele. 2. De­müthige dich zu seinen Füßen und bitte Ihn von Herzen um Verzeihung. 39