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Himmlisches Palmgärtlein : katholisches Gebet- und Erbauungsbuch / von dem ehrwürdigen Priester Wilhelm Nakatenus aus der Ges. Jesu [...] verfaßt. Neu bearb. und mit verschiedenen Zusätzen vermehrt durch Joseph Laurent. Die darin enthaltenen Lieder größtentheils übersetzt und bearb. von Friedrich Schlosser
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Das Leiden unseres Herrn Jesu Christi.

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daß er nichts ausrichtete, sondern der Lärm ärger ward, nahm er Wasser, wusch seine Hände vor dem Volke und sprach: Ich bin unschuldig an dem Blute dieses Gerechten. Sehet ihr zu. Da antwortete das ganze Volk und sprach: Sein Blut komme über uns und über unsere Kinder! Da ließ Pila­tus, der dem Volke zu Willen seyn wollte, den Barabbas los, Jesum aber übergab er ihnen, daß Er gekreuzigt würde.

Die Kriegsknechte nahmen Jesum, zogen Ihm den Purpurmantel aus, und legten Ihm seine eigenen Kleider an, und führten Ihn hinaus, daß sie Ihn kreuzigten. Und Er trug sein Kreuz und ging hinaus; und da sie Ihn hin­führten, ergriffen sie einen, Simon von Cyrene genannt, der vom Felde kam, und legten das Kreuz auf ihn, daß er es Jesu nachtrüge. Es folgte Ihm aber eine große Schaar Volkes und Weiber, die Ihn beklagten und bejammer­ten. Jesus aber wandte Sich zu ihnen um und sprach: Ihr Töchter von Jerusalem, weinet nicht über Mich, sondern weinet über euch selbst und über eure Kinder. Denn sehet, es werden die Tage kommen, an welchen man sagen wird: selig sind die Unfruchtbaren und die Leiber die nicht geboren haben, und die Brüste die nicht gesäuget haben. Alsdann werden sie anfangen zu den Bergen zu sagen: fallet über uns, und zu den Hügeln: bedecket uns. Denn thun sie dies am grünen Holze, was wird dann am dürren geschehen! Es wurden aber zwei Uebelthäter mit Ihm hinausgeführet, daß sie getödtet wür­den. Und sie brachten Ihn an die Schädelstätte und gaben Ihm Wein zu trinken, der mit Myrrhen und Galle vermischt war. Und als Er denselben fostete, wollte Er ihn nicht trinken. Daselbst kreuzigten sie Ihn und mit Ihm die zween Mörder, den einen zu seiner Rechten, den andern zu seiner Linken; da ward die Schrift erfüllet, die spricht: Er ist unter die Ulebelthäter gerechnet worden. Und Pilatus schrieb eine Ueberschrift und segte sie auf das Kreuz über sein Haupt. Es war aber geschrieben: Jesus von Nazareth, König der Juden. Diese Ueberschrift lasen viele Juden, denn der Ort wo Jesus gekreu­zigt wurde, war nahe bei der Stadt. Und es war geschrieben auf Hebräisch, Griechisch und Lateinisch. Da sprachen die Hohenpriester zu Pilatus: Schreibe nicht: König der Juden, sondern: Er hat gesagt, Ich bin der König der Ju­den. Pilatus antwortete: Was ich geschrieben, hab ich geschrieben.

Da nun die Kriegsknechte Jesum gekreuzigt hatten, nahmen sie seine Klei­der, und machten vier Theile, einem jeden Kriegsknechte einen Theil, dazu auch den Nock; der Rock aber war ohne Naht aus einem Gewebe, von oben an. Da sprachen sie unter einander: lasset uns ihn nicht zerschneiden, sondern das Loos darum werfen, wessen er seyn soll. So daß erfüllet wurde die Schrift, die da spricht: sie haben meine Kleider unter sich getheilet, und haben über mein Gewand das Loos geworfen." Solches thaten nun die Kriegsknechte, und sie saßen da, und hüteten Ihn, und das Volk stand und wartete. Und die vorübergingen, lästerten Ihn, und schüttelten den Kopf, und sprachen: Ha! Der Du den Tempel Gottes zerstörst, und in dreien Tagen wieder aufbauest! hilf Dir nun Selber. Bist Du Gottes Sohn, so steige herab vom Kreuze. Imgleichen verspotteten Ihn auch die Hohenpriester sammt den Schriftgelehrten und Aeltesten und sprachen unter einander: Er hat andern geholfen, und kann Sich Selbst nicht helfen. Christus, König der Juden, steige jetzt herab vom