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Himmlisches Palmgärtlein : katholisches Gebet- und Erbauungsbuch / von dem ehrwürdigen Priester Wilhelm Nakatenus aus der Ges. Jesu [...] verfaßt. Neu bearb. und mit verschiedenen Zusätzen vermehrt durch Joseph Laurent. Die darin enthaltenen Lieder größtentheils übersetzt und bearb. von Friedrich Schlosser
Entstehung
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Uleber bas Gebet.

das nicht gewährt werde, was wir aus Unwiffenheit zu unserm Nachtheile begehren.

8. Beharrlichkeit. Jesus selbst empfiehlt fie bei Luc. 11, 9. ,, Bittet, und euch wird gegeben werden; suchet, und ihr werdet finden; klopfet an, und euch wird aufgethan." Der H. Chrysostomus spricht in seiner Homilie 35. zu Joh.: ,, Laßt uns unsere Trägheit im Gebete beweinen. Acht und dreißig Jahre lang saß der Gichtbrüchige am Fischteiche und wartete auf seine Heilung: und sein Verlangen wurde nicht erfüllt, es war aber nicht seine Nachlässigkeit, daß er nicht geheilt wurde, sondern Andere kamen ihm zu­vor, und dennoch verzweifelte er deswegen nicht. Wenn wir aber nur zehn Tage dem Gebete obliegen und nicht erhört werden, so werden wir schon lau." Hören wir also den H. Gregorius zum 129. Ps.: Sey be­harrlich im Gebete und zudringlich in deinen Bitten, und hüte dich, daß du vom Gebete nicht ablasfest. Wenn der, den du bittest, sich stellt, als höre er dich nicht, so reiße das Himmelreich an dich und thue dem Himmel Gewalt an. Denn was ist lohnender, als solch ein Raub, und was rühmlicher, als diese Gewalt? eine heilsame Gewalt, denn durch sie wird Gott nicht beleidigt, sondern versöhnt; der Nächste nicht beschädigt, sondern unterstüzt; die Sünde nicht vermehrt, sondern vermindert."

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6. Mittel gegen die Zerstreutheit.

Es ist dem Menschen schwer, alle Geisteßzerstreutheit gänzlich zu vermeiden, doch gibt es Mittel, sie zu vermindern. 1. Wenn wir unser Herz von irdischen Sorgen abwenden und uns dieser Welt gebrauchen, als ob wir uns ihrer nicht gebrauchten. 2. Wenn wir uns an die Gegenwart Gottes erinnern, der das Innerste unseres Herzens durchschaut. 3. Wenn wir uns fromme Seufzer und Gebetlein angewöhnen, wodurch das Gemüth zu Gott erhoben und in Ihm befestigt wird. 4. Wenn wir nach unsern Geschäften und Zu­ſammenfünften mit Menschen, nach Gastmählern und andern Gelegenheiten, die sehr zu zerstreuen pflegen, unsern Geist sammeln und uns von allem, was wir gethan oder gesprochen haben, Rechenschaft geben. 5. Wenn wir uns auf das Gebet vorbereiten. 6. Wenn wir Gott um die Gnade der Aufmerksamkeit, und nach dem Gebete für unsere Nachlässigkeit um Verzeihung bitten. Denn alle gute und vollkommene Gabe kommt von obenher.

7. An welchem Orte und zu welcher Zeit wir beten müssen.

Es ist kein bestimmter Ort zum Gebete vorgeschrieben, denn der Apostel sagt im 1. Briefe an Tim. 2, 8.: ,, Ich will, daß die Männer aller Orten beten, reine Hände erhebend."" Jeremias," sagt der h. Basilius in seiner 13. Homilie, betete im Schlamm und zog den Herrn zu sich; Daniel versöhnte den Herrn in der Löwengrube; die drei Knaben im Feuerofen lobten den Herrn; der Schächer hat am Kreuze das Paradies erlangt; Job erflehte auf dem Misthaufen die Barmherzigkeit Gottes." Wo du also immer bist, bete; beffer aber ist es in der Kirche oder in einem Bethause zu beten. Darüber brückt sich der h. Chrysostomus in seiner 79. Homilie also aus: ,, Magst du