Ueber das Gebet.
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auf dem Markte seyn, oder auf dem Wege, oder auf dem Meere, oder im Gasthause, oder in der Küche, oder wo immer, du kannst Gott anrufen und Erhörung finden. Auch zu Hause kannst du beten, doch nicht so gut wie in der Kirche, wo so viele Väter versammelt sind und einmüthig zu Gott rufen; für dich allein betend, wirst du nicht so leicht erhört werden, als mit deinen Brüdern; denn etwas höheres ist die Einmüthigkeit und die Gemeinschaft, und das Band der Liebe, und die Gebete der Priester."
Ueber die Zeit des Gebetes, sagt Chrysostomus bei Luc. 11.: ,, Man muß immer beten," und der Apostel befiehlt den Thessalonichern 1. 5, 17., ohne Unterlaß zu beten. Der h. Anselmus bemerkt zu diesem Texte: Ohne Unterlaß beten, heißt, keinen Tag zu bestimmten Zeiten das Gebet unterlassen, aber auch das beständige Verlangen des Herzens ist ein fortwährendes Gebet."
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8. In welcher Haltung des Körpers das Gebet zu verrichten sey.
1. Das Knieen ist im alten und neuen Testamente gebräuchlich und durch das Beispiel Christi und der hh. Petrus, Paulus und Stephanus bewährt. Der H. Apostel Jacobus hat, wie der h. Hieronymus über ihn schreibt, so viel auf gebogenen Knieen für das Volk gebetet, daß seine Kniee so hart wie eine Kameelhaut geworden. Derselbe schreibt über den Einsiedler Paulus, der noch zu seinen Lebzeiten gestorben:„ Als der h. Antonius in seine Höhle trat, sah er den entseelten Leib auf den Knieen liegen mit aufgerichtetem Haupte und nach oben ausgestreckten Händen. Und da Antonius anfangs glaubte, er lebe noch, begab er sich gleichfalls ins Gebet. Als er ihn aber keine Seufzer ausstoßen hörte, wie er es immer beim Gebete zu thun pflegte, küßte er ihn unter Thränen, und sah, daß auch noch der Leichnam des Heiligen zu Gott, vor Dem alles lebt, in geziemender Stellung betete." Diese Stellung lehrt uns die Natur selbst als das Zeichen eines demüthigen und unterwürfigen Herzens. Verwandt mit derselben und nur noch demüthiger ist 2. das Ausstrecken auf der Erde, dessen sich auch Christus und der H. Jacobus bedienten. Auch ist 3. das aufrecht Stehen in gewissen Zeiten und Umständen eine geziemende Körperhaltung beim Gebete. Denn stehend beteten der Zöllner und der H. Stephanus. Zulegt wird 4. noch die Erhebung der Hände angewandt. So beteten Moses und Aaron, und der Apostel schreibt 1. Tim. 2.:„ Ich will, daß die Männer an allen Orten beten, reine Hände erhebend."
Gute Meinung vor dem Gebete.
Eröffne, o Herr, meinen Mund, deinen H. Namen zu preisen, und reinige mein Herz von allen eiteln, verkehrten und fremden Ge banken; erleuchte meinen Verstand, entzünde mein Gemüth, damit ich würdig, aufmerksam und andächtig mein Gebet verrichte, 2*


