Ueber das Gebet.
5. Was zum Gebet erfordert wird.
Höre die Ermahnung Sirachs Eccl. 18, 23: Vor dem Gebete bereite deine Seele, und sey nicht wie ein Mensch, der Gott versucht." sollen nicht bloß beten," spricht der H. Chrysostomus zum 7. Ps., so beten, daß wir erhört werden." Dazu aber sind folgende Bedingungen erforderlich:
" Wir
sondern
17
1. Ein lebendiger, fester Glaube. ,, Um was immer ihr bitten werdet im Gebete," spricht der Heiland Marc. 11, 24., glaubet, und ihr werdet es erhalten." Und zu allen, die im Evangelium erhört worden sind, spricht Jesus: Dein Glaube hat dir geholfen." Jac. 1, 5.: Wenn einer von euch der Weisheit bedarf, so bitte er Gott darum, der Allen mildreich giebt und nicht zögert: und sie wird ihm gegeben werden. Er bete aber im Glauben und zweifle nicht; denn der Zweifelmüthige gleicht der Welle des Meeres, die vom Winde bewegt und umhergetrieben wird. Mensch vermeine also nicht, etwas vom Herrn zu erlangen." Ein solcher
2. Hoffnung und Vertrauen. Weil er auf Mich gehofft hat, will Ich ihn befreien.
11
Er wird Mich anrufen, und Ich werde ihn erhören." Ps. 90, 14. ,, So laffet uns denn hintreten mit Zuversicht zu dem Throne der Gnaden, auf daß wir Erbarmung finden, und Gnade erlangen in der hülfsbedürftigen Zeit." Hebräer 4, 16.
3. Liebe.
" Ich habe den Herrn geliebt, und Er hat die Stimme meines Flehens erhört." Ps. 114. Wenn ihr in Mir bleibet, und Meine Worte
" 1
in euch bleiben, so bittet, um was ihr wollt, und es wird euch gegeben." Joh. 15, 7.
4. Demuth. Wer betet, sege sein Vertrauen nicht auf sich, sondern auf die Barmherzigkeit Gottes, wie der betende Zöllner gethan hat. Das Gebet des Demüthigen durchdringt die Wolken." Eccl. 35. Ich schauen," spricht der Herr bei Jesaias 66, 2., wenn nicht auf den „ Auf wen werde Armen und im Geiste Gebeugten, auf den, der vor Meinen Worten zittert."
Der Herr hat geschaut auf das Gebet der Demüthigen und ihr Flehen nicht verachtet." Pf. 101, 18.
11
6. Eifer. Der h. Chrysostomusß bemerkt zu dem Pf. 129.: Aus der Tiefe 2c. Aus dem tiefften Herzen, aus dem Innersten der Seele rief David, denn solche Gebete haben große Gewalt und werden nicht erschüttert noch ges stört, wenn der Teufel sie auch noch so heftig angreift." 7. Verlangen nach dem, was uns selig macht. nicht, weil ihr unrecht bittet." Jac. 4, 3. Das Vertrauen haben wir zu " Ihr bittet und erhaltet Gott, daß Er uns erhört, wenn wir nur seinem Willen gemäß bitten. Der H. Hieronymus sagt in seinem Briefe an Salvina: Nebridius habe immer zu Gott gebetet, daß ihm widerfahren möge, was ihm am besten sey. Der H. Augustinus zu Joh. Tr. 73 räth uns: wir sollen bitten, daß uns
bitten/
5. Verzeihung erlittener Beleidigungen.
Wenn ihr steht, um zu beten, so verzeiht, wenn ihr wider Jemanden etwas habet." Marc. 11, 25. Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen." Matth. 5, 7.
11


