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Himmelsleiter oder vollständiges katholisches Gebetbuch mit vielen Belehrungen und Betrachtungen aus den Missionsandachten und Meßgesängen / von Fr. H. Reinerding, Dr. der Theol. und Philos. u. Prof. d. Theol. im "S. Cuthbert's College Ushaw bei Durham" in Nordengland. Mit einem Stahlstich und Goldtitel. Mit bischöfl. Approbation
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Zwölfte Betrachtung.

geliebt, daß du ihm Alles verdankst, hat er sogar deinen ein­gebornen Sohn, an welchem er sein Wohlgefallen hat, für dich dahin gegeben, was sollst du dann nicht aus Liebe für ihn thun? Wie sollst du ihm nicht alles, was du als Ge­schenk seiner Huld besißest, zur Verfügung stellen, auf daß er damit mache, was ihm wohlgefällig ist? wie nicht von der glühendsten Gegenliebe gegen ihn entbrennen? Und wie falt war dennoch bisher deine Liebe gegen ihn! Wie wenig opfer­willig warst du aus Liebe zu dem, von welchem du alles haft, was du dein Eigenthum nennst, und der sein Theuerstes für dich hingegeben hat! misiun

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II. Punkt. Betrachte ferner die übrige Beschaffenheit der göttlichen Liebe gegen dich. Gott liebt dich mit ewiger Liebe; ehe du warest- von Ewigkeit her, liebte er dich und hatte dir alle Wohlthaten vorbereitet, welche er dir in der Zeit erwiesen hat. Was hattest du ihm ferner gethan, daß er dich so liebte? Ach! Nichts. ,, Er hat uns," sagt der heil. Johannes zuvor geliebt," und das nicht bloß, sondern er hat uns auch, wie der Weltapostel schreibt ,,, als wir noch" - bedenke es wohl seine Feinde waren," geliebt. Wo gibt es doch eine Liebe, welche mit der göttlichen gegen dich, meine Seele! zu vergleichen wäre? Aber noch mehr. Oder fand Gott vielleicht etwas an dir, das ihn, dich zu lieben, be stimmte? Konnte er sich davon, daß er dich liebte, Etwas versprechen? Ach! nein. Denn, was hast du, o Mensch! das du nicht von ihm empfangen håtteft, und worin konnte er, der in sich Selige, deiner bedürfen? Also umsonst- bedenke es wohl hat er dich geliebt, und das mit zártlichster, ja unendlicher Liebe: Staune, o Menschy! über diese beispiel­lose Liebe Gottes gegen did armseliges Geschöpf.- Hat aber Gott dich in solcher Weise geliebt, wie billig ist es dann nicht, daß auch du von inniger Liebe zu ihm entbrenneft! Ulm wie viel mehr soll dann nicht auch deine Liebe zu ihm als zu demjenigen, der in unendlichem Grade aller Liebe würdig ift, eine uneigennüßige sein! Was darf dir wohl zu theuer ſein, daß du es nicht aus Liebe zu ihm opfertest! was zu be­schwerlich, daß du es nicht für ihn gern ertrügest! Nein, sage mit dem Apostel: ,, Wer wird mich von der Liebe Chrifti trennen? Bedrängniß? oder Kummer? oder Verfolgung? oder das Schwert? Ich bin gewiß, daß weder Leben, noch Tod...

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