Druckschrift 
Himmelsleiter oder vollständiges katholisches Gebetbuch mit vielen Belehrungen und Betrachtungen aus den Missionsandachten und Meßgesängen / von Fr. H. Reinerding, Dr. der Theol. und Philos. u. Prof. d. Theol. im "S. Cuthbert's College Ushaw bei Durham" in Nordengland. Mit einem Stahlstich und Goldtitel. Mit bischöfl. Approbation
Entstehung
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Zwölfte Betrachtung.

bringst? Liebst du mit dem Heilande die Verdemüthigung, Selbstverleugnung, oder besteht deine Liebe zu ihm in eini­gen frommen Empfindungen, die du mit Gesinnungen, welche rich ihm unáhnlich machen, wieder verleugnest? Denke dar­über ernstlich nach und erwecke nebst Reue über die began­genen Fehler auch den ernsten Vorsaß, von jetzt an dem gött­lichen Heilande ganz nachzufolgen. Dabei denke besonders an die Tugenden, an welchen es dir am meisten gebricht, und zugleich an die besondern Gelegenheiten, in welchen du sie gleich üben kannst. Einen solchen Vorsag, der viel mehr gilt, als tausend Empfindeleien, welchen das Leben wider­spricht, opfere dem göttlichen Heilande auf und erflehe dir, um ihn zu halten, den Beistand seiner Gnade, ohne welchen all dein Wirken eitel ist. i mog stand sti

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Zwölfte Betrachtung:

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hold Die Liebe Gottes.

Als Vorbereitung verseße dich mit lebendigem Glauben in die Gegenwart Gottes und bitte ihn, dir mit der Erkennt­niß, wie sehr er von dir geliebt zu werden verdiene, eine würdige Liebe gegen ihn einflößen zu wollen.

I. Punkt. Betrachte zunächst, meine Seele! wie Gott wegen der Liebe, mit welcher er dich liebt, deine Liebe ver­diene. D, welche Liebe hat dir Gott nicht erwiesen? Was hat er nicht Großes für dich gethan? Er hat dich aus Nichts ins Dasein gerufen, zu seinem Ebenbilde dich erschaffen, er hält dich alle Tage und deinetwegen die ganze Natur, welche er zu deinem Nutzen bestimmt hat. Welche natürliche Güter hast du demnach nicht von Gott erhalten! Und noch grö­Ber sind die übernatürlichen Güter, mit welchen du von ihm beschenkt bist. Betrachte einmal das große Geschenk der hei ligmachenden Gnade, welches er dir in Adam zuerst verliehen und auf die Verdienste seines eingebornen Sohnes wieder verliehen hat, ein Geschenk, durch welches du ein Freund und Kind Gottes, ja gewisser Maaßen der göttlichen Natur theilhaft wurdeft. Weld' große Geschenke haft tu tem­nady von Gott erhalten! Was hast du überhaupt, das du nicht von ihm empfangen hättest? Hast du diese Werke der göttlichen Liebe schon jemals recht bedacht? Hat Gott dich so