Elfte Betrachtung.
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und allen frommen lebungen ihres Standes ergeben, so daß man, nach den äußeren Werken, durchaus feinen Unterschied zwischen ihnen und den klugen Jungfrauen sah. Und doch werden sie- wer sollte es denken! bei der Ankunft des Bräutigams, d. h. nach ihrem Tode vom Hochzeitsmahle d. h. von der ewigen Seligkeit ausgeschlossen werden ver
dammt. Wer sollte nicht über dieses Loos erschrecken! Dennoch ist es so wahr, wie das Wort des Herrn. Obgleich dem wahren Glauben zugethan, obgleich Gott geweiht, obgleich vielen frommen llebungen ergeben, werden diese Jungfrauen verworfen, ewig verworfen, zu den Quaalen der Hölle mit Satan und seinem Anhange verdammt! Und was ist es, das sie bei dem gerechten und barmherzigen Gott der Früchte aller ihrer Dienste beraubt und obendrein zu solcher Strafe verurtheilt? Wie das Evangelium sagt, tragen sie zwar Lampen, d. h. verrichten gute Werke, doch ihre Lampen leuchten nicht, weil es ihnen an Del, d. h. an der wahren Liebe fehlt. Da glüht in den Herzen dieser Jungfrauen statt der Liebe zu dem sich selbstverleugnenden Jesus die Flamme der Eigenliebe, des Stolzes und der Eitelkeit. Sie suchen zu sein und zu gelten, halten sich in abscheulicher Selbstgefälligkeit für bes jer, als Andere, und das mischt sich als Triebfeder in all' ihr Thun und Laffen. So scheinen sie zwar in ihrem äußeren Handeln den klugen Jungfrauen ähnlich, doch weil sie sich darin von schlechter Absicht leiten lassen, so verlieren sie das Verdienst für alle ihre Andacht, ihren Empfang der heil. Saframente, und was sie noch sonst Gutes thun. O trauriges Loos einer Seele, welche da leidet, ringt und arbeitet, ohne Etwas zu erreichen! Und doch ist es wahr, daß Gott ihre Werke nicht gefallen. Schon im alten Bunde erklärt er, daß er an den Opfern des israelitischen Volkes kein Wohlgefallen habe. Und warum nicht? etwa, weil sie geringfügig waren? Nein, weil sich in ihnen, wie der Prophet sagt, ihr ,, eigner Wille" fand. Aber was Anderes, als eigner Wille, findet sich in den Werken einer Seele, die, voll von Eitelkeit ic., überall sich selbst sucht? Doch daß die Werke einer solchen Seele bloß unfruchtbar und nicht zugleich strafwürdig wären! Wie sollten aber die Werke nicht strafbar sein, mit weldhen der Mensch seinen bösen Leidenschaften dient? lleberdies führt auch eine Gesinnung, voll von Stolz, Gefallsucht
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