Druckschrift 
Himmelsleiter oder vollständiges katholisches Gebetbuch mit vielen Belehrungen und Betrachtungen aus den Missionsandachten und Meßgesängen / von Fr. H. Reinerding, Dr. der Theol. und Philos. u. Prof. d. Theol. im "S. Cuthbert's College Ushaw bei Durham" in Nordengland. Mit einem Stahlstich und Goldtitel. Mit bischöfl. Approbation
Entstehung
Einzelbild herunterladen

460

Zehnte Betrachtung.

deinem todesgefährlichen Zustande auf und ergreife ernstltä) die Mittel, deren Anwendung du als nothwendig erkannt haft. III. Punkt. Betrachte endlich auch den glücklichen Zu­stand desjenigen, welcher die zur Heilung der Krankheit noth­wendigen Mittel nicht bloß fennt, sondern auch sämmtlich), so bitter sie auch seien, gebrauchen will. Von ihm kann man mit Grund hoffen, daß er von seinem Krankenlager aufstehen werde. Aber in einem solchen Zustande befinden sich leider nur die Seelen, welche alles anwenden wollen, was, um aus dem Zustande der Sünde aufzustehen und gegen den Rück­fall in dieselbe gesichert zu sein, nothwendig ist. Solche See­len wollen Gott dienen und ihm gefallen, was es auch koste, und für eine derartige Hingabe werden sie dann mit Gnaden gestärkt, mit Troft erfüllt und zu ihrem Ziele geführt. Doch, wie viele unordentliche Neigungen mußt du nicht noch, um zu dieser Classe zu gehören, bekämpfen! Erwecke mit den gehörigen Gemüthsbewegungen den ernsten, im Einzelnen bestimmten Vorsaß, in Zukunft so zu handeln, daß du zu dieser letzten Classe gehörst.

# 3009081

Elfte Betrachtung:

115

Die Parabel von den fünf flugen und den fünf big missi thôrichten Jungfrauen. Tupo Als Vorbereitung rufe dir ins Gedächtniß, wie die fünf thörichten Jungfrauen, weil sie bei der Ankunft des Brauti gams kein Del auf ihrer Lampe hatten, vom Hochzeitsmahle ausgeschlossen wurden, und bitte Gott inbrünstig, daß er dir mit der Erkenntniß, worin du diesen Jungfrauen nach folgest, den ernsten Vorfag verleihen wolle, fünftig nidt ihnen, sondern den klugen Jungfrauen zu folgen.g

1. Punkt. Betrachte, was die thörichten Jungfrauen mit den klugen gemein hatten, was aber nicht, und warum Die sie mithin vom Hochzeitsmahle ausgeschlossen wurden. thörichten Jungfrauen standen nicht minder, als die klugen, zum Dienste der Braut, die ein Bild der Kirche ist, bereit, und hingen daher dem einen wahren Glauben an. Als Jungs frauen waren sie dem Dienste des Herrn besonders geweiht, daher züchtig und ehrbar in ihren Gedanken, Worten und Werken, abgeschieden vom Geräusche der Welt, dem Gebete

-