Druckschrift 
Himmelsleiter oder vollständiges katholisches Gebetbuch mit vielen Belehrungen und Betrachtungen aus den Missionsandachten und Meßgesängen / von Fr. H. Reinerding, Dr. der Theol. und Philos. u. Prof. d. Theol. im "S. Cuthbert's College Ushaw bei Durham" in Nordengland. Mit einem Stahlstich und Goldtitel. Mit bischöfl. Approbation
Entstehung
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Neunte Betrachtung.

alle weltlichen Gelüste, welche bis jetzt mein Herz bethört und meinem Heilande abwendig gemacht haben! Dir, mein Heiland! unterwerfe ich mich ganz; dir bringe ich meinen gan­zen Willen zum Opfer; dir will ich im Kampfe für dein gött­liches Reich folgen, wohin du mich auch führst; dir zu Liebe nehme ich, so beschwerlich und unangenehm es auch sei, alles auf mich, was du mir zutheilen wirst; denn dir zu folgen ist herrschen, und es gibt nichts Angenehmeres, als in dei­nem Dienste zu streiten. Stehe mir nur mit deiner Gnade bei, daß ich immer deinen heil. Willen erkenne und, durch Nichts bethört, treu in deinem Dienste bleibe.ru freesidin

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Neunte Betrachtung:

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This restlobin Die Selbstverleugnung.

Als Vorbereitung zu dieser Betrachtung stelle dir vor, als hörtest du den göttlichen Heiland sprechen: ,, wer mir nachfolgen will, verleugne sich selbst," und rufe darnach den göttlichen Beistand an, daß du die Nothwendigkeit dieser Tugend erkennen und ihre llebung dir ernstlich vornehmen mogest.4.pant

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1. Punkt. Betrachte zunächst, wie Christus, der Weg, die Wahrheit und das Leben, auf keinem andern Wege, als auf dem der Selbstverleugnung, vorangegangen ist. Um dir zu zeigen, welcher Werth in Geld und Gut zu setzen sei, wird er, obgleich der König der Könige und Herr aller Dinge - betrachte und staune in einem Stalle arm geboren und hat nicht, wohin er nur sein Haupt hinlege. Der Liebe zu sinnlichen Vergnügungen tritt er damit entgegen, daß er von seiner Geburt an alle Entbehrungen und Leiden freiwillig erträgt und endlich, um das Opfer zu vollenden, den schmerzvollen Kreuzestod stirbt. Wo gibt es endlich eine Demuth, größer als die seinige, wenn er, der König der Herrlichkeit, sich dahin erniedrigt, daß er als Mensch unter uns wandelt, der Diener Aller wird und unter die Miſse­thåter sich rechnen läßt? Ist aber das der Weg, auf dem Christus vorangegangen ist, wie unähnlich bist du ihm dann nicht! Wie folgst du deinem göttlichen Führer, wenn dein Sinnen und Trachten mehr auf die Schäße dieser Welt, als auf die himmlischen Schäße und das Heil deiner Seele gerich­

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