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Himmelsleiter oder vollständiges katholisches Gebetbuch mit vielen Belehrungen und Betrachtungen aus den Missionsandachten und Meßgesängen / von Fr. H. Reinerding, Dr. der Theol. und Philos. u. Prof. d. Theol. im "S. Cuthbert's College Ushaw bei Durham" in Nordengland. Mit einem Stahlstich und Goldtitel. Mit bischöfl. Approbation
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Siebente Betrachtung.

dels Siebente Betrachtung:

Der verlorene Sohn.

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boAls Vorbereitung zu dieser Betrachtung rufe dir, meine Seele! die Parabel vom verlorenen Sohne ins Gedächtniß und bitte Gott, er möge dich aus derselben erkennen laſſen, wie sehr ihn verlange, daß du dich wieder wahrhaft zu ihm befehrest. om, disor

I. Punkt. Betrachte, wie der verlorene Schn, nach­bem er sein Erbtheil erhalten hat, in die Fremde geht. Be­denke hier, was er verläßt, wohin und warum er geht. Er verläßt den besten Vater, von welchem er so zärtlich geliebt wird, und das väterliche Haus, in welchem er lleberfluß an Allem findet, und reiset aus bloßem Muthwillen, um sein eigner Herr zu sein und nach den verkehrten Gelüften seines Herzens leben zu können, in ein fernes Land. Doch was hast du Anderes gethan? Jede Sünde ist eine gewisse Trennung von Gott, dem gütigsten Vater, ein Verlassen des himmlischen Vaterhauses. Und warum hast du diese Sünde begangen? Ach, was war es Anderes, als bloßer Muthwille. Du woll­test dein eigner Herr sein und Gott nicht mehr dienen.

II. Punkt. Betrachte ferner, wie es dem verlorenen Sohne in der Fremde ergeht, wie er an Allem Mangel leis det, fast vor Hunger stirbt und zu den niedrigsten Diensten verwendet wird. Auch hierin findest du, Sünder deine eigne Geschichte. Sobald du deinen sündhaften Neigungen nach gabest und damit den himmlischen Vater verließest, verschwen­detest du dein väterliches Erbtheil: die göttliche Gnade, deine Talente und die dir verliehene Zeit, und mit der ersten schwe ren Sünde wurdest du arm an Allem. O armseliger Zustand des Sünders, der feine himmlische Speise kostet! Und was haft du dafür in der Sünde gefunden? ,, Bedrängniß und Herzenleid über jede Menschenseele, welche Böses thut," ruft der Apostel Róm. 2, 9. aus, und so ist es; jede uner­dentliche Gesinnung wird sich, wie der heil. Augustin sagt, selbst zur Strafe. Dahin ist die Ruhe des Gewissens, dahin jede lautere Freude; überall verfolgt dich das Schreckbild der Sünde. D, was hast du verloren und was dafür wieder ges wonnen!

III. Punkt. Betrachte, wie der verlorene Sohn, die