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Himmelsleiter oder vollständiges katholisches Gebetbuch mit vielen Belehrungen und Betrachtungen aus den Missionsandachten und Meßgesängen / von Fr. H. Reinerding, Dr. der Theol. und Philos. u. Prof. d. Theol. im "S. Cuthbert's College Ushaw bei Durham" in Nordengland. Mit einem Stahlstich und Goldtitel. Mit bischöfl. Approbation
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Fünfte Betrachtung.

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Fünfte Betrachtung: siit sd mister Das besondere Gericht.

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wie

Es ist eine bekannte Wahrheit, daß die Seele des Men­schen, sobald sie vom Leibe geschieden ist, vor den ewigen Richterstuhl Gottes tritt, um dort zu empfangen, was sie verdient hat. Dieses besondere Gericht wird auch über dich, meine Seele! fommen; auch du wirst, sobald du deinen Leib verlassen hast, und ehe derselbe noch zur Erde bestattet ist, vor Gottes Gerichte erscheinen, um über all dein Thun und Laffen Rechenschaft abzulegen. Diese Wahrheit führe dir lebhaft zu Gemüthe; ja, stelle dir lebendig vor, als säheſt du dich zur Seite deines heil. Schußengels und des bösen Fein­des vor dem göttlichen Richter, und bitte ihn, dir in der Be­trachtung seines strengen Gerichtes eine solche Gesinnung einzuflößen, daß du dasselbe dereinst nicht zu fürchten habest. 1. Punkt. Gegenstand dieses Gerichytes. D ganz anders wird das Gericht Gottes sein, als der leicht­finnige Mensch es sich denkt! Es ist ein Gericht der strengsten Gerechtigkeit, in welchem alles, was der Mensch Gutes oder Boses gethan, oder geracht, oder zu thun unterlassen hat, ſo strenge abgewogen wird, daß er über jedes múßige Wort Rechenschaft abzulegen hat. Ja, über Alles über jedes müßige Wort mußt du, meine Seele! wenn deine Stunde schlägt, Rechenschaft geben. Und wie wirst du in einem ſol­dhen Gerichte bestehen? Wie wirst du bestehen, wenn alle Sünden, welche du gegen die heil. Gebote Gottes und der Kirche in Gedanken, Worten oder Werken begangen haft, dich anklagen? wenn zu dieser Anklage sich auch noch die vie len fremden Sünden gesellen, auf welche du so wenig gibst? wenn auch über das Gute, welches du thun solltest, aber un­terlassen, oder nicht auf die rechte Weise und mit der rechten Absicht verrichtet haft, ein strenges Gericht ergeht? O wie viele Obliegenheiten deines Standes, wie viele schuldige Werke der Nächstenliebe 2c., welche lange Zeit zum Gutes­thun, welche du unbeachtet ließeß, wie viele Gnaden, welche bu nicht benüttest, werden dich verstummen machen, wenn der Richter dir zuruft: Gib Rechenschaft, wie du mir ges dient haft! Und deine vermeintlichen guten Werke- ach! wie wirst du, der du reich zu ſein glaubeſt, dich arm erblicken,

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