Vierte Betrachtung.
dammung ausseßest. O, was wird aus den Augen werden, denen zu gefallen du deine Unschuld preisgibst? Was aus dem Mund und der Zunge, welche dir als Werkzeuge der Unmåßigkeit dienen? Wie wird von Würmern dein Bauch und dein ganzer Körper wimmeln und der Verwesung anheimfallen! Verrient ein solcher Leib, daß du ihm als deinem Abgotte das Heil deiner unsterblichen Seele zum Opfer bringest? Warum denkst du, thôrichter Mensch! nicht lieber an deine unsterbliche Seele, als an diesen vergånglichen Leib?
Gemüthsbewegungen. a) Acte des Glaubens. O mein Herr und Gott! ich glaube fest, daß ich sterben werde, und zwar zu einer Zeit, wo ich es nicht erwarte. ,, Des Menschen Sohn wird zu einer Stunde kommen, wo ihr es nicht vermuthet." Auch das glaube ich, daß mit dem Tode alles, was die Welt mir bietet, sein Ende erreicht, und daß davon, wie ich sterbe, meine ganze Ewigkeit unabánderlich ab hängt. Ja, ich werde sterben, und nur einmal; wie ich aber sterbe, davon hångt für alle Ewigkeit unverbesserlich und unab anderlich schrecklicher Gedanke!-mein ganzes Schicksal ab.
b) Reue. Doch wie kann ich bei solchem Glauben handeln, als wenn ich nicht zu sterben hätte, oder die Stunde meines Todes wüßte, oder endlich den Fehler eines schlechten Todes wieder gut machen könnte? Ist der Tod gewiß, die Zeit des Todes aber ungewiß, und entscheidet der eine Tod unabánderlich über meine ganze Ewigkeit, wie thericht ist es dann nicht, mit so geringer Sorgfalt darüber zu machen, daß der Ted mich nicht unvorbereitet finde? Wie thöricht nicht, für die vergånglichen Güter dieser Welt: für den lees ren Dunst eitler Ehre, welche bald verfliegt, für zeitliche Schäße, die am Grabe zurückbleiben, und für die Vergnügen des Leibes, welchen ich den Würmern zur Speise überlasse, so zu sorgen, taß ich darüber das Heil meiner unsterblichen Seele vergeffe! Ach! jest erkenne ich die Thorheit und das Unrecht meines bisherigen Handelns und bereue die Sünde, welche ich damit vor dir, mein Gott! begangen habe, aus ganzer Seele. Mein ernster Vorsag ist es auch, von jest an in Betreff der zeitlichen Dinge so zu denken und zu handeln, wie ich in der Stunde meines Todes gedacht und gehandelt zu haben wünschen werde, damit mir nicht die Reue zu spát komme, wo sich Nichts mehr verbessern låßt.
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