Druckschrift 
Himmelsleiter oder vollständiges katholisches Gebetbuch mit vielen Belehrungen und Betrachtungen aus den Missionsandachten und Meßgesängen / von Fr. H. Reinerding, Dr. der Theol. und Philos. u. Prof. d. Theol. im "S. Cuthbert's College Ushaw bei Durham" in Nordengland. Mit einem Stahlstich und Goldtitel. Mit bischöfl. Approbation
Entstehung
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Erste Betrachtung.

nach, weil du, mein Gott! mir keine andere Bestimmung geben konntest, verpflichtet sei, dir zu dienen, ja, daß dir zu dienen die wichtigste und einzige Aufgabe sei, welche ich, um einstens ewig glückselig zu werden, hier auf Erden habe. Laß mich, mein Gott! diese Wahrheiten immer besser erkennen, laß mich sie immer mehr teherzigen, so daß ich sie zur alleinigen Richtschnur meines Lebens mache.marg

b) Acte des Dankes. Was bewog dich doch, mein Gott! daß du so liebreich mit mir verfuhrst? Wie konn­test du doch vor so vielen Anderen einen Menschen erschaffen, von welchem du voraussahst, daß er dir, wie ich leider ge­than habe, so nachlásig dienen und so oft ungehorsam sein würde? Wie fonntest du ihm eine so erhabene Be­stimmung, wie die ist, dir, dem Könige der Könige zu die­nen, verleihen und dafür aus bloßer Liebe einen so unaus­sprechlichen Lohn verheißen? Dank, unendlicher Dank sei bir, mein Gott! für die große Gnade, welche du mir da­mit, daß du mich erschusst und mir eine so erhabene Be­stimmung ertheiltest, erwiesen hast. Stimmet ein in mei­nen Danf, alle ihr Bewohner des Himmels!

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c) Acte der Reue. Wie undankbar bin ich aber bis­her gegen diese große Wollthat gewesen? Ach! ich habe dir nicht gedient, wie ich sollte! Doch unendlich schmerzt es mich, daß ich mich deiner Gnade so wenig dankbar be­wiesen habe, indem ich rich, meinen Herrn und Gott, ver­gaß und den geschöpflichen Dingen nachging. Es schmerzt mich, daß ich dich), mein höchstes Gut, geringen Geschöpfen und mein ewiges Heil einem augenblicklichen Vergnügen nachgeseßt habe. D könnte ich doch die Sünden der Ver­gangenheit ungeschehen machen! Das ist leider nicht mög­lich; was ich aber thun kann, das thue ich gern: ich will sie mit meinen Thränen beweinen, und was die Zukunft betrifft, so ist es mein festester Vorsaß, bir so zu dienen, wie du es von mir verlangst: in Ehre und Verachtung, in Glück und Unglück, in Gesundheit und Krankheit; nichts, was du von mir verlangst, soll mir zu beschwerlich sein, daß ich es um deinetwillen nicht gern ertruge. Rede, o Herr! dein Diener hört. Handle mit mir nach deinem Wohl­gefallen. Was sollte mich wiederum von deiner Liebe trennen? d) Acte der Hoffnung und des Verlangens.

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