Art und Weise, zu betrachten.
in ganz besondern, nach Zeit und Umständen bestimmten Handlungen ins Auge fassen. Hat man so, was zu thun ist, erkannt, dann gilt es, die Beweggründe aufzusuchen, welche zur Ausführung antreiben. Solcher Beweggründe kann es nach Verschiedenheit des Gegenstandes verschiedene geben. Hier genüge zu bemerken, daß man sich, um sie kennen zu lernen, fragen kann, ob das, was man thun soll, billig, nüßlich, angenehm, nothwendig sei, und ob das Gegentheil Schaden bringe.
427
ads& in copairot
Dieser Thätigkeit des Nachdenkens reiht sich der Vorſatz, das Ziel der Betrachtung an. Derselbe muß, wie dem Seelenzustande angemessen und in nächster Zeit, wenn nicht an demselben Tage, ausführbar, so auch nach Zeit, Ort, Mitteln und überhaupt nach allen Ilmstånden ganz bestimmt sein, indem unbestimmte over in spåter Zukunft ausführbare Vorsäße Nichts zur Lebensbesserung beitragen, ein unangemessener Vorsatz überdies ein sehr thörichter wäre. Auf diese Beschaffenheit des Vorsages hat man um so mehr zu achten, weil die Betrachtung ohne einen solchen Vorsatz nußlos bleibt, so reich an gelehrten Forschungen und frommen Empfindungen sie auch sei.
od Was aber die Betrachtung zu einem wahren Gebete macht und die Vorsåße, wie zuerst erwecken, so auch kräftigen muß, sind die sogenannten Affecte oder Gemüthsbewegungen. Sie sind als Bewegungen des Herzens zu Tugenden eben so verschieden, als die Tugenden selbst, und müssen sich, die eine hier und die andere dort erweckt, über die ganze Betrachtung verbreiten. So soll man z. B. schon gleich beim Beginne der Betrachtung das Gebet um den göttlichen Beistand damit eröffnen, daß man, seine Unwürdigkeit und sein Unvermögen erkennend, sich vor Gott verdemüthige und ein lebhaftes Vertrauen auf den göttlichen Beistand fasse. Auch soll man wie den Glauben an die Gegenwart Gottes bei dem Geschäfte der Betrachtung, so auch den an die zu betrachtende Wahrheit in sich erwecken. Was ist dann natür licher, als daß man, wenn der zu betrachtende Gegenstand etwas Erhabenes 2c. an sich hat, dasselbe bewundere zc. und dadurch zur Hochschätzung 2c. sich aneifere? Finden wir ferner, daß wir eine betrachtete Lehre nicht befolgt haben, so ergibt sich als natürliche Gemüthsbewegung Schaam, Furcht vor


