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Himmelsleiter oder vollständiges katholisches Gebetbuch mit vielen Belehrungen und Betrachtungen aus den Missionsandachten und Meßgesängen / von Fr. H. Reinerding, Dr. der Theol. und Philos. u. Prof. d. Theol. im "S. Cuthbert's College Ushaw bei Durham" in Nordengland. Mit einem Stahlstich und Goldtitel. Mit bischöfl. Approbation
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Art und Weise, zu betrachten.

dm Um gut zu betrachten, muß man zunächst alles, was den Geist zerstreut, beseitigen und ein wahres Verlangen gut zu betrachten und daraus Nußen für seine Seele zu ziehen, er­wecken. Unter solcher Gesinnung verseßt man sich dann mit lebendigem Glauben in die Gegenwart Gottes, stellt sich die zu betrachtende Wahrheit oder die Geschichte des zu betrach­tenren Geheimnisses kurz, aber in einem lebentigen Bilte, vor die Seele und bittet Gott um Erleuchtung und Kraft, daß man, was zum Heile rient, erkennen und muthig ergreifen möge. Damit ist die Vorbereitung, welche nur einige Augen­blicke zu dauern hat, geschlossen, und es beginnt die eigents liche Betrachtung.

Das erste Geschäft in der Betrachtung selbst besteht dars in, daß man sich ihren Gegenstand, doch zunächst nur den ersten Punft, mehr im Besondern, als in der Vorbereitung geschehen ist, vorführe. Auf daß dieses, woran Vieles ge­legen ist, in möglichst lebhafter Weise geschehe, muß man, wo es sich um eine geschichtliche Begebenheit handelt, auf alle Ulmstånte der Person, des Ortes, der Zeit 2c. achten. Ueberhaupt muß man sich dieselbe so vorstellen, als wenn man bei ihr zugegen wäre, und als hörte man, wenn eine Wahrheit zu betrachten ist, dieselbe aus dem Munde res göttlichen Heilandes selbst, und daher auch einen lebendigen Glauben an die Wahrheit des betrachteten Gegenstantes in sich erwecken. Indeß soll eine solche Vorführung des Ge­genstandes in seinen Theilen und Umständen das Nachden­ken über denfelben nur vorbereiten und muß daher, um für das Nachdenken 2c. Zeit zu behalten, in wenigen Minuten abgethan sein. Man kann sich dieselbe auch, wo es noth wentig zu sein scheint, durch den Gebrauch eines Betrach tungsbuches, welches die Punkte der Betrachtung enthält,

erleichtern.

An dieses Geschäft schließt sich das Nachdenken über den Gegenstand. Dasselbe stellt man damit an, daß man sich frågt, was für Folgerungen sich aus der Wahrheit für unsern Willen ergeben, wie man darnach bis jetzt gehandelt habe, und was man in Zukunft thun folle. In Beantwor tung aller tiefer Fragen soll man auf seinen Seelenzustand Rücksicht nehmen und das, was entweder an demselben Tage oder doch in nächster Zukunft in Anwendung kommen kann,