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Himmelsleiter oder vollständiges katholisches Gebetbuch mit vielen Belehrungen und Betrachtungen aus den Missionsandachten und Meßgesängen / von Fr. H. Reinerding, Dr. der Theol. und Philos. u. Prof. d. Theol. im "S. Cuthbert's College Ushaw bei Durham" in Nordengland. Mit einem Stahlstich und Goldtitel. Mit bischöfl. Approbation
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Unterricht über das Geber.

dern zu andern Zwecken über Gott oder unsere Anliegen nach renken, da beten wir nicht.d

2. Leichtigkeit des Gebetes. Aus dem, was das Beten ist, ergibt sich nun auch, daß es keine so schwere Sache sei. Ulm gut zu beten, ist keine große Gelehrsamkeit erforder­lich, sondern ein guter Wille. Wer den guten Willen hat, sein Herz von dem Irdischen loszuwinden und Gott zuzuwen­den, der hat alles, was zu einem guten Gebete erforderlic ist. Dazu kann es auch an dem Nothwendigen nicht fehlen. Oder was hindert dich, meine Seele, daß du bei deinen Arbei­ten auf dem Felde oder daheim deinen Blick auf Gott richtest, um seine Größe, die Alles gemacht hat, zu bewundern, um was er dir und

zu danken, um ihn in allen deinen Angelegenheiten des Leibes und der Seele um Beistand anzuflehen, oder um ihn zu bitten, daß er dir deine vielen und großen Sünden verzeihe? Was hindert dich, zu erwägen, welch' ein lebel in den Augen Got tes die Sünde sei, und dieselbe zu vermeiden dir vorzuneh men? An allem dem hindert dich Nichts, und ebenso hindert dich Nichts, die unendliche Liebenswürdigkeit Gottes oft zu betrachten und deinen Willen zu feuriger Gottesliebe zu ent zünden, Nichts, dir oft zu Gemüthe zu führen, daß Gott es ist, der dir die Arbeiten deines Standes auflegt, Gott, der unendlich Gütige und Liebenswürdige und dein unaussprech licher Lohn, und bei diesem Hinblicke auf Gott deine Arbeit aus Liebe zu ihm zu verrichten. Denn zu allen diesen Wil lensacten, zu welchen dich die Betrachtung der Wahrheiten der Religion anleitet, bedarf es nicht vieler und gesuchter Worte, noch auch vieler Zeit, sondern es genügt dazu ein guter Wille. Sage darum auch keiner, daß er nicht zu be ten wisse oder keine Zeit dazu habe.

3. Das Gebet fann ein mündliches und ein innerliches sein. Manche, welche keine Zeit zum Beten, zu haben meinen, gehen von der Voraussetzung aus, daß man, um zu beten, gewisse Gebetsformeln hersagen oder in einem Gebetbuche lefen oder überhaupt die inneren Ergüffe res Herzens durch Worte ausdrücken müsse. Es ist dieses eine Art zu beten, die nicht zu tadeln ist, zumal sie oft, um den Geist gesammelt zu halten, nothwendig scheint. Dod außer diesem mündlichen Gebete, das natürlich auch nie