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Himmelsleiter oder vollständiges katholisches Gebetbuch mit vielen Belehrungen und Betrachtungen aus den Missionsandachten und Meßgesängen / von Fr. H. Reinerding, Dr. der Theol. und Philos. u. Prof. d. Theol. im "S. Cuthbert's College Ushaw bei Durham" in Nordengland. Mit einem Stahlstich und Goldtitel. Mit bischöfl. Approbation
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Unterricht über das Gebet.

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ohne innere Empfindung sein soll, gibt es auch noch ein anderes, das man, weil es mehr durch rein innere Acte zu Stande kommit, das innerliche oder betrachtende zu nennen pflegt. Leßteres hat vor jenem viele Vorzüge, weshalb es auch gut ist, das mündliche Gebet mit demselben zu vertau­schen, wo man sich dazu von Gott angetrieben fühlt und feine Pflicht das mündliche Gebet verlangt. Zu diesem innerlichen Gebete, zumal dem in kurzen Herzensergüssen, hat man unter allen Umständen Gelegenheit. Es kann auch nicht genug anempfohlen werden, und wir werden darum noch besonders darauf zurückkommen.

4. Nothwendigkeit des Gebetes. Daß das Ge bet, und zwar das öftere, pflichtmäßig sei, erhellt schon aus der Natur der Sache. Die Vernunft sagt uns, daß Gott unser Schöpfer und größter Wohlthäter, unser höchster Herr und Gebieter ſei. Ist aber Gott unser Schöpfer und größ­ter Wohlthäter, d. h. haben wir alles, was wir haben und find, von ihm, wie sollte es dann nicht pflichtmäßig ſein, ihn als solchen zu erkennen und ihm Gefühle des Dan­fes darzubringen? Ist er aus so vielen Gründen unser höchster Herr und Gebieter, wie sollten wir dann nicht ge­halten sein, ihm den Tribut unserer Anbetung, ja unfer ganzes Leben als Opfer zu weihen? lleberdieß ist Gott auch nicht bloß unser Schöpfer und Gebieter, sondern er hat uns auch zu dem Zwecke erschaffen, daß wir ihm auf dieser Welt dienen, und mußte uns dazu erschaffen, wenn er uns erschaffen wollte. Ich sage: er mußte, wenn er uns erschaffen wollte. Denn frei war er zwar in unserer Erschaffung, und er hätte uns eben so gut unerschaffen laffen können, als er uns wirklich erschaffen hat; doch, wenn er einmal seine Allmacht darin entfalten wollte, daß er uns Dasein und Leben verlieh, dann mußte er uns auch als der Allvollkommene eine Bestimmung geben, die dem Verhältnisse entspricht, in welchem das Werk zu ſeinem Werkmeister steht, die, ihm zu dienen. Wie sollen wir das aber würdig thun, ohne ihm alles, was wir sind und haben, zum Opfer darzubringen? Uleberdieß fordert Recht und Ordnung, daß man ein jedes Wesen in dem Maße liebe, als es geliebt zu werden verdient. Nun ist aber Gott ein unendlich vollkommnes Wesen und über Alles der Hoch­2*