Druckschrift 
Maria, du Königin der Märtyrer, Zuflucht der Sünder und Helferin der Christen, bitt für uns! : vollständiges Gebetbuch für fromme Verehrer Mariä ; zugleich als Wallfahrtsbuch [...] insbesondere zu dem Gnadenorte Bornhofen zu gebrauchen / hrsg. von Jos. Aloys Krebs
Entstehung
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XV

Ein der Gnadenkapelle gerade gegenüberstehendes Monu­ment aus schwarzem Marmor ist errichtet zu Ehren des edlen Landgrafen Ernst von Hessen. Wie die Inschrift des Monumentes bezeugt, ist dieser Fürst*) an dem näm­lichen Tage( den 6. Januar 1652), an welchem der berühmte Kurfürst Maximilian Heinrich im Dom zu Köln seine erste h. Messe feierte, ebendaselbst zur katholischen Kirche zurückgekehrt und hat sich dann noch bei Lebzeiten die Kirche von Bornhofen zur Begräbnißstätte ausersehen. In einem Dekret des Kurfürsten Johann Hugo von Trier( um das Jahr 1678) heißt es bereits, daß die Kirche zu Bornhofen vor etlichen hundert Jahren her schon berühmt sei wegen starker Wallfahrt." Die vielen außerordentlichen Gebetserhörungen und wunderbaren Kran­kenheilungen, durch welche Bornhofen so berühmt geworden und von denen wir einige der vorzüglichsten weiter unten erzählen werden, haben auch in neuerer und neuester Zeit nicht aufgehört; jedes Jahr werden dergleichen noch auf ganz glaubwürdige Weise von den frommen Wall­fahrern berichtet.

Zahlreicher und kostbarer aber, als jene leiblichen Wohlthaten sind die Segnungen und Wunder der Gnade, welche in Bornhofen zu allen Zeiten geschehen sind und jetzt wiederum, reichlicher noch, als früher, gespendet werden. Viele große Sünder, welche jahrelang ihren laster­haften Gewohnheiten ergeben waren oder aus falscher Scham ihre Sünden in der Beichte verschwiegen, haben an diesem Gnadenort durch eine reumüthige Lebensbeichte die Gnade Gottes und die Ruhe des Gewissens wieder­gefunden; Tausende verlassen diese heilige Stätte, gestärkt durch die Segnungen der Gnade und voll von jenem himmlischen Frieden, welchen Jesus den Seinigen verhei­Ben hat; so gekräftigt, besiegen sie das Jahr hindurch die

*) Derselbe war ein Urenkel des im Jahre 1525 von der fatholischen Kirche abgefallenen Landgrafen Philipp II., des Großmüthigen(?!), von Hessen.- das 000,00