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der frommen Pilger das ganze Jahr hindurch zu entsprechen; wenn aber der Wallfahrtsdienst die Anwesenheit sämmtlicher Patres nicht erfordert, bleiben nur einige zu Hause, während die andern in jenen Orten Missionen halten, wohin sie durch den Seeleneifer und das Vettrauen der Bischöfe und Pfarrer berufen werden.
Die für ihren Zweck recht geräumige Kirche soll ehedem fünf Altäre besessen haben, von denen außer dem Gnadenaltar nur noch drei erhalten sind. Das Bild des Hochaltars ist eine Darstellung von Allerheiligen, der eine Seitenaltar ist dem heil. Joseph, der andere dem heil. Alphonsus gewidmet. Außer einigen faum mehr ers kennbaren Grabsteinen auf dem Fußboden der Kirche sind auf der linken Seite zwei schöne schwarze Marmortafeln eingemauert; die eine rechts von der Mutter Gottes- Kapelle ist der Grabstein des hochadeligen Herrn Johann Konrad von der Leyen( † 23. Juni 1655), Domherrn von Trier, Worms und Eichstädt, die andere rechts von der Kapelle unter der Kanzel ist der Grabstein des berühmten faiserl. österreichischen Kriegshelden Joseph Freiherrn von Degano, Kommandanten der Festung Nheinfels( † 21. Sept. 1724).
Volk durch Missionen auf den Weg der Tugend und Gottfeligkeit zu führen. Da er das Gelübde gemacht hatte, keinen Augenblick seines Lebens müssig zu sein, so verfaßte er in freien Stunden viele geistliche Schriften, welche sich durch Gründlichkeit und bewunderungswürdige Salbung auszeichnen und heute noch in der ganzen katholischen Welt mit großem Eifer gelesen werden. Ein ausdrücklicher Befehl des Papstes nöthigte ihn im Jahre 1762 das Bisthum von St. Agatha anzunehmen. Arm, abgetödtet, strenge gegen sich, mild gegen Andere, wie er früher war, lebte er auch jetzt als Bischof. Nach wiederholten Bitten erlaubte ihm Papst Pius VI. endlich im Jahre 1775, die schwere Bürde feines Hirtenamtes niederzulegen und in ein stilles Kloster zu den Mitgliedern feiner Congregation zurückzukehren. Den 1. August 1787 beschloß er daselbst als 91jähriger Greis fein heil. und verdienstvolles Leben; Papst Gregor XVI. nahm ihn am 26. Mai 1839 mit großer Feierlichkeit unter die Zahl der Heiligen auf.


