Druckschrift 
Maria, du Königin der Märtyrer, Zuflucht der Sünder und Helferin der Christen, bitt für uns! : vollständiges Gebetbuch für fromme Verehrer Mariä ; zugleich als Wallfahrtsbuch [...] insbesondere zu dem Gnadenorte Bornhofen zu gebrauchen / hrsg. von Jos. Aloys Krebs
Entstehung
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XI

so sehr, daß weder der eigene noch die benachbarten Pfarrer im Stande waren, den so zahlreich sich einfin­denden Wallfahrern volles Genüge zu leisten; namentlich ist bekannt, daß die Koblenzer Prozession bereits seit dem Jahre 1610 alljährlich im Juli nach Bornhofen fam und mehrere Wachskerzen zum Opfer brachte. Um die Bedürfnisse der frommen Pilger besser zu befriedigen, be­rief daher der Kurfürst Kaspar Karl im Jahre 1662 die Franziskaner von Boppard zur Aushülfe, indem er sie verpflichtete, an den Festtagen eine Frühmesse in Born­hofen zu lesen und zugleich das Sakrament der Buße dort zu spenden. Sein Nachfolger, Johann Hugo, Kurfürst und Erzbischof von Trier, hatte eine ganz beson­dere Neigung zu Bornhofen gefaßt und darum dort ein Kloster zu bauen beschlossen, in welchem er selbst zuweilen mehrere Tage oder Wochen in stiller Zurückgezogenheit zuzubringen wünschte. Das zu gründende Kloster hatte er für die Kapuziner, welche in Wellmich( 2 Stunden oberhalb Bornhofen) ein enges armseliges Hospizium bewohnten, bestimmt, indem sie ihm zur Besorgung des Wallfahrtsdienstes am geeignetsten schienen; nach vielfachen Kämpfen wurden diese eifrigen Ordenspriester am 10. Febr. 1679 von einem kurfürstlichen Commissarius eingeführt und bewohnten einige Zeit hindurch das enge, bis dahin vom Glöckner bewohnte Haus. Schon im folgenden Jahre, den 16. April 1680, legte der Kurfürst eigenhändig den Grundstein zum neuen Kloster; nach 4 Jahren stand das felbe ganz vollendet da, weßhalb im Oktober dessel­ben Jahres( 1684) bie flösterliche Klausur eingeführt und statt des bisherigen Superior ein Guardian ernannt wurde. Derselbe Kurfürst ließ den kostbaren marmornen Al­tar erbauen, auf welchem jetzt das Gnadenbild sich befindet; derselbe wurde am Feste des H. Jacobus, 25. Juli 1691, von Johann Peter Verhorst, Weihbischof von Trier, mit gebührender Feierlichkeit konsekrirt. Das Gnadenbild der schmerzhaften Mutter zeigt unten bedeutende Spuren von