XII
Brand, woraus hervorzugehen scheint, daß dasselbe durch einen besonderen Schutz der Vorsehung einer großen Feuersgefahr entgangen ist. Durch die unermüdliche Thätigkeit der P. P. Kapuziner nahm die Verehrung der schmerzhaften Mutter Gottes von Bornhofen einen bedeutenden Aufschwung. Im J. 1691 betrug die Zahl der Pilger am Feste Maria Geburt und den Sonntag darauf schon bei 12,000; im J. 1703 ist diese Zahl auf 20,000 gestiegen, und in den 1740er Jahren soll sie sich auf 30,000 belaufen haben. Die Kirche war viel zu klein, um alle Pilger zu fassen, weßhalb man sich genöthigt sah, vor der Kirche einen Altar zu errichten, dort die h. Messe zu lesen und die heilige Kommunion auszutheilen. Um die Mitte des vorigen Jahrhunderts kamen das Jahr hindurch regelmäßig. 62 Prozessionen nach Bornhofen, von denen 37 eine große Wallfahrtskerze zum Opfer brachten. Der Geist des Unglaubens und der falschen Aufklärung, welcher gegen Ende des vorigen und zu Anfang des jetzigen Jahrhunderts der katholischen Kirche so viele Verfolgungen und Drangsafe bereitet hat, ist auch auf Bornhofen nicht ohne Einfluß geblieben; den 5. März 1813 wurde das Kloster nach 133jährigem Bestande aufgehoben, die Klostergemeinde ward zerstreut, und 8 volle Jahre hindurch stand die Kirche öde, verlassen und trauernd da, ein stummes Denkmal besserer Zeiten. Die Klostergebäude wurden verkauft und in ein Wirthshaus umgeschaffen; die Glocken, von benen die größte 41 Bentner wog, wurden für den Gebrauch der katholischen Kirche nach Wiesbaden gebracht, das Gnadenbild aber, welches ebenfalls auf dem Punkte stand nach Wiesbaden übertragen zu werden, wurde durch eine besondere Fügung der göttlichen Vorsehung in der Kirche behalten. Da gefiel es dem Herrn, der die Herzen der Menschen lenkt nach seinem Wohlgefallen, daß Bornhofen wiederum werden sollte, was es zuvor gewesen, ein Zufluchtsort für reuige Sünder, ein Gnadenport für hülfsbedürftige und bedrängte Christen. Im Jahre 1821
-


