Druckschrift 
Tägliches Handbuch in guten und bösen Tagen, enthaltend Aufmunterungen, Gebete und Gesänge für Gesunde, Betrübte, Kranke und Sterbende wie auch Sprüche, Seufzer und Gebete den Sterbenden vorzusprechen nebst Fest-Andachten ... und einem täglichen Gebetbüchlein für Schwangere, Gebärende, Wöchnerinnen und Unfruchtbare / von Joh. Friedr. Stark ...
Entstehung
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für Unfruchtbare.

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Vorenthaltung des Ehesegens Gott zeigen, daß es nicht bei ihnen stehe, sondern daß es eine Gabe sei, darum er will gebeten sein. Wenn hier christliche Eheleute mir wollten entgegensetzen, daß Hurer und Huren wohl nicht darum bitten und doch Kindrr zeugen und be­kommen, so antworte ich: Bei denen läßt Gott der Natur ihren Lauf, zur Offenbarung ihrer Schande, weil sie nicht zusammen kom­men, Gott zu Ehren Kinder zu zeugen, sondern ihre böse Brunst und Luft abzukühlen. Sollen es also hier gottselige Eheleute machen, wie dort Isaak, von dem es heißt: Und Isaak bat den Herrn für sein Weib, denn sie war unfruchtbar; also erkannte Isaat, daß Kin­der nicht allezeit eine Naturgabe, sondern eine Gnadengabe Gottes wären, darum auch gleich dabei stehet: Und der Herr ließ sich er­bitten, und Rebekka, sein Weib, ward schwanger. 1 Mof. 25, 21. Dieses alles sollen christliche Eheleute sich fleißig vorstellen, und sich gegen das Murren, Ungeduld und Gemütsunruhe bewahren, und ge­denken: Ist ihr Haus einsam und ohne Kinder, daß sie nach ihrem seligen Absterben in der Herrlichkeit, in der Gesellschaft vieler tausend heiliger Engel sein werden, mit welchen sie sich in Ewigkeit vor dem Thron des dreieinigen Gottes erfreuen sollen.

Gebet.

Herr, Herr! was willst du mir geben? ich gehe dahin ohne Kinder; ach! mein Gott! ich sehe, wie du andern den Ehesegen mit reichem Maße zuteilest, aber mir haft du denselben bisher vorenthalten und nicht gegeben. Herr, Herr! laß mich doch dies alles mit chrift­licher Gelaffenheit als deinen gnädigen Willen geduldig aufnehmen. Ich weiß, du bist ein allmächtiger Gott, der mir leicht Kinder geben und mich fruchtbar machen kann, wenn du willst. Ich weiß auch, daß du mein gnädiger Gott bist, der mich liebet und seine Gnade noch nie versagt hat, darum will ich mich geduldig auch hierin dei­nem Willen unterwerfen; du weißt am besten, warum du mir diesen Segen noch nicht beschert hast. Sollte ich etwa zu schwach in der Geburt, zu träge in der Erziehung der Kinder, oder zu niederge­schlagen im Kinderkreuz sein, so erkenne ich daraus deine Güte, die mich schonen und mich nicht über mein Vermögen versuchen lassen will. Giebst du mir aber nicht die Kinderfreude, so laß mich in dir desto mehr erfreuen, daß ich dich herzlich liebe, an dir all mein Ergößzen und Vergnügen haben möge. Laß mich indessen bleiben im Glauben an dich, dreieiniger Gott! in der Liebe gegen meinen Nächsten, in der Heiligung des Lebens; ja laß mich in Zucht und