Druckschrift 
Tägliches Handbuch in guten und bösen Tagen, enthaltend Aufmunterungen, Gebete und Gesänge für Gesunde, Betrübte, Kranke und Sterbende wie auch Sprüche, Seufzer und Gebete den Sterbenden vorzusprechen nebst Fest-Andachten ... und einem täglichen Gebetbüchlein für Schwangere, Gebärende, Wöchnerinnen und Unfruchtbare / von Joh. Friedr. Stark ...
Entstehung
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Erinnerung, Trost und Gebete

Ehrbarkeit vor jedermann wandeln. Laß deinen heiligen Geist mein Herz immer mehr und mehr überzeugen, daß dieses sein gnädiger Wille über mich sei, dem ich mich dann von Grund meiner Seele übergeben will. Bewahre indessen mein Herz vor Neid, Argwohn, Ungeduld, Mißvergnügen gegen meinen Ehegatten, daß ich ihn jedoch Herzlich liebe, als mein Kind halte und ihn lieber habe, wie zehn Söhne und Töchter. Ist es dein Wille, daß ich eine Zeitlang warten, und du mich dennoch zu einer fruchtbaren Mutter machen, an mich wie an Hanna gedenken willst, so überzeuge mein Herz von diesem deinem gnädigen Wohlgefallen. Willst du mir aber keinen Erben geben, Herr! so soll das mein Erbe sein, daß ich deine Wege halte. Jesus soll meines Herzens Trost und mein Teil sein. Herr, Herr! es ist dir alles möglich; hast du Sara und Elisabeth über die Zeit der Natur lassen schwanger werden, so ist es dir auch ein Geringes, meine bisher unfruchtbare Ehe zu segnen. Herr! laß dich erbitten, so will ich für die Gabe dir danken mein Lebenlang, und sie dir zum Preis und Ehre erziehen; ich will sie dir durch die hei­lige Taufe wieder schenken. Laß mich auch nicht scheel sehen, wenn du andern das Haus voll Kinder giebst, sondern desto mehr Liebe, Gnade und Barmherzigkeit an armen und verlassenen Kindern era weisen, dieselben kleiden, versorgen, pflegen. Nun, Herr! deine Güte sei über uns, wie wir auf dich hoffen; erfreue mich, tröste mich, hilf mir, gieb mir Kinder, wenn es dir wohlgefällt, aber nicht im Zorn, nicht zu meiner Strafe, nicht zu meiner Schande. Ist mir's nütz­lich, so gewähre mir nach deiner Barmherzigkeit meine Bitte; ist es aber dein Wohlgefallen nicht, so will ich dir kein Kind abzwingen; ja, ich will wider deinen gnädigen Willen nichts und auch keine Kinder haben. Herr! ich habe mein Herz vor dir ausgeschüttet; ach! schicke es, wie es mir selig und dir gefällig ist. Gieb, daß ich meine Seele in Geduld fasse, bis du mir deine Hülfe erzeigen wirst.

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Ich bin vergnügt in meinem Hoffen, Denn hilft Gott gleich nicht, wie ich will, So hat er schon den Schluß getroffen, Er weiß die beste Zeit und Ziel; Ich harr' auf ihn, denn so betrügt Die Hoffnung nicht, ich bin vergnügt.

Ich bin vergnügt, wird mir nur geben. Der allerhöchste Wundergott

Ein fröhlich's Herz, gesundes Leben, Und was sonst meiner Seele not;