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Erinnerung, Trost und Gebete
welches eine große Belohnung hat. Hebr. 10, 35. Wie nun Gott nicht allen Menschen zu gleicher Zeit leibliche Wohlthaten giebt, sondern dem einen früher, dem andern später, also auch in diesen Gaben.
8) Hierbei sollen sich auch Eheleute fleißig hüten vor Mißvergnügen gegen ihren Ehegatten, wenn das Weib die Schuld auf den Mann, oder der Mann auf das Weib schieben wollte, sondern gedenken, daß es Gott sei, der ihnen die Frucht des Leibes nicht geben will. 1 Mos. 30, 2. Deswegen sie einander doch herzlich lieben und mit Gott zufrieden sein sollen, weil keins von beiden ohne Gottes Gaben, Segen und Willen etwas dazu thun kann. Besonders aber sollen sie sich auch vor Argwohn, Neid und Mißgunst hüten, wenn etwa die Freunde, Brüder und Schwestern schon nach der künftigen Erbteilung fragen und trachten, sondern aufrichtig in der Liebe gegen einander verharren, die Ohrenbläser abweisen, und auch in den irdischen Gütern nach der Billigkeit und Liebe, wenn es ja einmal sein muß, eine Verordnung machen.
9) Läßt Gott es frommen Eheleuten an Kindern fehlen, so sollen sie desto mehr in der Liebe Jesu zunehmen, und da die, so Kinder haben, so oft am Gebet, am Gottesdienst durch die Kinder gehindert werden, so können sie desto mehr den Dienst Gottes ungehindert und ungestört abwarten.
10) Schenkt Gott christlichen Eheleuten keine leiblichen Kinder, so sollen sie desto mehr die Armen sich lassen empfohlen sein, frommen Kindern Gutes thun, sie kleiden, in die Schule halten, zu ihrei Erziehung helfen, welche Kinder dann solche Eheleute am jüngsten Tag als Vater und Mutter preisen, und vor Gott rühmen werden: diese haben mich gekleidet, gespeiset und getränket. Matth. 25.
11) Gott giebt aus Liebe und Gnade frommen Eheleuten zuweilen keine Kinder, auch darum, weil er siehet, daß künftig schreckliche Landplagen und Strafen über eine Stadt und Land einbrechen werden. Wenn er nun die Frommen vor dem Unglück wegrafft und seine lieben Kinder, ehe das Sturmwetter der Trübsal kommt, schlafen legt, wie er solches dem Hiskias verheißen und dem heiligen Augustinus erwiesen, welches allerdings eine große Gnade Gottes ist, so ist es ja eine Wohlthat, wenn Gott keine Kinder giebt, damit sie den Jammer, der über die Welt kommen soll, wie in der Sündflut geschah, nicht erleben und erfahren.
12) Endlich mögen Eheleute auch wohl bedenken, daß sie die Kinder auch als eine Gabe Gottes, wie denn Kinder in der That sind, halten. Meinen sie, es sei eine Naturgabe, welche sie selbst befördern könnten, so fehlen und irren sie, und will ihnen durch


