Reisegebete zu Wasfer.
mit deiner Gegenwart herrichest über himmel und Erden, Meer und alles, was darinnen ist, dir sage ich Lob, Ehre und Dank, daß du mich in dieser gefährlichen Nacht hast sicher schlafen und ruhen lassen, ich habe mich durch deine Kraft nicht schrecken lassen vor dem Grauen des Nachts, vor den schrecklichen Sturmwinden, die mich unversehens hätten können umwerfen und ver
stoßen, noch vor den graujamen
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werde, denn ich übergebe dir in deine Hut mein dürftiges Leben, mein Gehen und Stehen, meinen Willen und Rathschlag, mein Dichten und Trachten, meine Hinfahrt und Wiederkunft, das Ende meines Lebens und alles, was ich bin und vermag, der du ein einiger GOtt und mein Vater bist, bochgelobet im Himmel und auf Erden.
unwissend hätten können berschlingen; denn du, HErr! warest meine Zuversicht, darum ist mir kein Ulebels begegnet und keine Plage hat sich zu meinem Schifflein genaht. Du haft deinen Engeln befohlen über mir, daß sie mich auf den Händen getragen und der Fuß meines Schiffleins an keinen Stein oder Felfen gestoßen. Du warst bei mir in der Noth, darum habe ich auf deine Verheißung sicher schlafen können und kann jebund mit Freuden die fröhliche Morgenröthe und Licht des Tages anschauen und mich über den wunderlichen Lauf des unruhig laufenden gestirnten Himmels freuen, dafür sei dir, ewiger GOtt und Vater, Lob und Dank gesaget. Dich bitte ich weiter, durch deinen Sohn JEsum Christum, du wollest mich diesen angehendem Tag auch mit deinem Schirm bewahren, daß ich mit voller Fahrt in meinem Beruf feliglich möge fortziehen, nach dem Ziel deines heiligen Wortes laufen und diesen Tag ohne ei nige Sünden wider das Gewissen vollbringen, damit du in mir bleiben, in mir wohnen und dein Werk in mir schaffen mögest. Gieb Gnade, daß ich in großer Todesgefahr an Leib und Seel' behütet
Bleil
Abendiegen zu Schiffe. leib bei uns, HErr, denn der Tag hat sich geneiget, es will Abend werden und die finstere Nacht kommt heran, darum wird unsere Gefahr groß und sorglich! denn wenn du nicht bei uns bleibest und mit deinem hellen Glanz den Weg zeigest, wie bald ist es mit uns geschehen! HErr, der du nimmer schläfest noch schlummerst, du wollest gnädiglich verhüten, daß wir nicht die Nacht zum Deckel aller Sünde und Bosheit gebrauchen, auch Gnade geben, daß wir mit unserm Glauben und Zuversicht an dir immer, auch im tiefsten Schlafe, wacker sein; damit wir, wann du kommen und anklopfen würdest, ein wachend Auge der Seelen zu dir erheben mögen. Und nachdem du über uns, der Seelen nach, also Hut und Nachtwache hältst, wollst du dir auch unsern Leib und Gut also lassen befohlen sein, damit du ja, wenn wir aus menschlicher Unkraft in unserm Wachen möchten in unzeitigen Schlaf fallen, du unser väterlich geruhen wollest und also unser schlafloser Steuermann sein und bleiben, daß wir hiermit durch den zeitlichen Schlaf erquicket, unserm Lauf christlich nachkommen mögen. Darauf so kann ich mich zur Ruhe sanft niederlegen und meine Augenlider lassen schlummern; deine heiligen Engel,


