Beicht und Communiongebete.
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Rusijue
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Vor der Beichte.
Gott! der du Alles weißt, Alles siehest und kenneft, dem kein gottloses Wesen gefällt, und vor dem Niemand bleibet, der böse ist, der du aber auch allen renigen und gläubigen Sündern um Jesu willen Gnade und Vergebung verheißen haft: ich erkenne es vor dir, daß ich gefündigt und übel gethan habe; ich weiß es, daß ich mich durch meine Sünden der gerechten Strafen schuldig gemacht habe, die du den Uebertretern deiner Gesetze gebrohet haft; ich erfahre es, daß die Sünde der Leute Verderben sei. Bin ich auch meinem Vorsake getreu geblie- mir, die ich sonst an mir hatte, habe ben, habe ich auch den Entschluß wirklich ausgeführet, den ich so oft und auch nur bei meiner letzten Communion faßte? Wie mangelhaft, wie unvollkommen ist doch dieß geschehen! Und bei dem Allen muß ich bekennen, daß ich lange noch nicht so weit gekommen, lange noch nicht der weise, gläubige, gebefferte, Jesu ähnliche Mensch bin, der ich als Christ werden und sein konnte; bekennen muß ich es mit Beschämung und Neue, daß ich noch manchen Fehler, manche Sünde begangen habe, die ich nicht begehen sollte, noch manche Schwachheit an mir trage, die ich, vielleicht schon längst, überwunden habe sollte; daß ich in Vergleichung der Länge meiner Lebenszeit und der Kraft, die Jesus darbietet, bei Weitem noch nicht so geübt im Guten, so stark im Glauben, so tüchtig zu allen guten Werken, so ruhig und glückselig bin, als ein Christ sein kann; daß ich insbefondere dich, meinen Vater, nicht genugsam liebe, Jesum, meinen Heiland
sie noch tiefer einwurzeln lassen, habe sie mit neuen vermehrt, bin eben so undankbar gegen dich, den huldreichsten, gütigsten Bater, bin eben so ungehorsam gegen meinen Heiland und Herrn, so gleichgiltig gegen sein Verdienst, so unähnlich seinem Ebenbilde, bin eben so unzufrieden mit dir und deinen Schidungen, eben so lieblos gegen meinen Nächsten, eben so kalt und unempfindlich gegen Menschenwohl, eben so untreu und nachlässig in meinem Berufe gewesen, als ich es vorher war, bin noch ein Knecht der Sünde, ein Sklave des Lafters! Und wenn ich das gewesen bin und noch bin: ist es nicht ganz meine eigene Schuld? War es mit meiner Zurückkehrung von der Sünde zu Gott ein rechter Ernst? War ich recht besorgt und bekümmert um das Heil meiner Seele? Habe ich die Mittel der Besserung so oft und so wohl gebraucht, als ich sie hätte brauchen sollen? Habe ich über die Lehren und Vorschriften Jesu, über seine Liebe zu
und Seligmacher, nicht hoch genug schätze, die Menschen, meine Brüder, nicht mit herzlicher Bruderliebe umfasse; daß ich bei Weitem noch nicht ganz christlich denke und handle und sich auch in meine besten Handlungen unedle Absichten mischen; daß noch ein großer Abstand ist zwischen mir und meinem Herrn und Vorgänger, zwischen seinen Gesinnungen und meinen Gesinnungen, zwischen seinem Verhalten und meinem Verhalten. Vielleicht habe ich auch meinen Vorsatz gar nicht erfüllt! Vielleicht bin ich seit dem nicht besser, sondern schlimmer geworden, trage die Fehler, die bösen Gewohnheiten noch an


