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Neu eingerichtetes Freiberger Gesangbuch nebst einem Anhang neuer Lieder
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Beicht und Communiongebete.

mir und zu andern Sündern ernsthaft| Tod des Sünders; du willst seine Er­nachgedacht und mir sein Vorbild zum Muster der Nachahmung vorgestellt? Habe ich die Uebungen des öffentlichen Gottesdienstes nicht vernachläsfiget, fie ftets mit Nutzen beobachtet? Habe ich auf die Feier des Nachtmahls Jesu so viel Zeit, Nachdenken und Ueberlegung gewendet, als ich anwenden mußte, wenn sie mir nützlich sein sollte? Wie eifrig und emsig, oder wie kalt und

haltung, sein Leben, seine Seligkeit! Aber du willst auch, daß er sich bekehre, daß er von den Sünden, deren Vergebung er sucht, gereinigt, daß er weise und heilig und durch Weisheit und Heiligkeit deinem Bilde und dem Ebenbilde deines Sohnes ähnlich werde. Gott! ich erkenne deinen weisen und guten Willen. Ich sehe es ein, daß du demjenigen seine Sünden nicht vergeben kannst, der mit Vorsatz in

war ich in der Gebetsübund nachlängdenselben beharret; denn du bist eben so

Und

viel, oder nie wenig habe ich mich be­mühet, den Gedanken an Gott, an Se sum und an die zukünftige Vergeltung in meiner Seele gegenwärtig zu erhalten, ihn mit allen meinen Entschließungen und Bestrebungen, Bergnügen und Lei den zu verbinden und in demselben Stär tung, Ermunterung und Beruhigung zu suchen? Kann ich leugnen, daß ich mich auf vielfache Weise versündiget, baß ich sehr strafbar gehandelt, daß ich meiner zeitlichen und ewigen Glückseligkeit sehr geschadet habe? Gott! du bist gnädig und barmherzig, geduldig und von großer Güte und Treue. Du bist bereit, den Sündern zu verzeihen, die ihr Unrecht erkennen und sich bessern. Du hast durch deinen Sohn Vergebung der Sünden uns alle erwerben lassen und sie denen verheißen, die sie durch ihn bei dir suchen. Und ich suche fie, o Gott! ich suche sie mit beschämtem, aber glaubens- und hoff­nungsvollem Herzen. Ich wünsche Nichts mehr, als durch ihn von den Strafen und dem Unglücke der Sünde befreit und beiner Vaterhuld theilhaftig zu werden. Ach, um seinetwillen sei mir gnädig und vergieb mir alle meine Sünden! Amen.

Nach der Beichte. indu

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Ja, gnädig und barmherzig bist du, Herr, geduldig und von großer Güte und Trene. Du handelst nicht mit uns nach unsern Sünden und vergiltst uns nicht nach unrer Missethat. Du trägst uns Sünder mit vieler Geduld und mit vielem Verschonen. Und Dank, herzlicher, demüthiger Dant sei dir, daß du auch mich deiner Gnade und Barmherzigkeit in Christo Jesu versichert und den Trost der Vergebung der Sünden in mein Herz gegeben haft. Nein, du willst nicht den

heilig und gerecht, als gnädig und barm­herzig. Ich weiß es, daß du den, welcher der Heiligung nicht nachjaget, zur Ge meinschaft mit bir, zu einem höheren Leben nicht erheben kannst; denn du bist nicht ein Gott, dem gottlos Wesen ge­fällt: wer böse ist, bleibet nicht vor dir. Ich begreife es, daß die Sünde erniedriget und schändet, daß sie zeitlich und ewig unglückselig macht und mit unferm eigenen Besten, mit der Einrichtung deines Reiches schlechterdings streitet. Jch erkenne es da­her wohl: ich muß die Sünde mei den, ich muß anders und besser werden, wenn ich glücdselig sein und werden will. Sch muß die Fehler und Sünden, die ich an mir trage, bestreiten und endlich ganz ablegen. Ich muß reicher an Erkennt niß Jesu Christi, stärker im Glauben, fertiger und geübter im Guten und in der Liebe zu dir, in der Liebe zu Jesu, in der Liebe zu den Menschen vollkommner werden. Ich muß insbesondere, nach den Kräften, die du mir verliehen, und nach den Umständen darein du mich gesetzt haft, so heilig, so gehorsam, so Gott er­geben, so keusch, so gerecht, so geschäftig im Guten, so demüthig, fo fauftmütbig, so geduldig, so verjöhnlich, so himmlisch gefinnt zu werden suchen, als Jesus Christus auch war. Ich muß bier schon so denken, urtheilen und handeln lernen, wie man dort denkt, urtheilt und handelt, Ich muß hier lieben, was man dort liebt, hier verabscheuen und verdammen, was man dort verabscheuet und verdammet, trachten nach dem, was broben ist, da Christus ist. Ja, das muß ich thun! So muß ich denken und handeln, so leben und sterben! Und dazu fühle ich mich jetzt durch deine Liebe und die Liebe Jesu Chrifti erweckt und gedrungen. Dazu mache ich mich jetzt in beiner Gegenwart