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Neu eingerichtetes Freiberger Gesangbuch nebst einem Anhang neuer Lieder
Entstehung
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Morgenlieder.

Wüthen, vor Sünden und vor Schmach, vor Feuers-, Wassersnoth, vor Armuth und vor Schanden, vor Ketten und vor Banden, vor bösem schnellen Tod.

4. Mein Leib, mein' Seel', mein Le­ben, mein Ehr', Gut und was mein, sei deiner Hand ergeben, und was mir lieb mag sein, ist dein Geschenk und Gab', mein' Neltern( Obern) und Verwandten, Geschwister und Bekannten, und Alles, was ich hab'.

5. Dein'n Engel laß auch bleiben und weichen nicht von mir, den Satan zu vertreiben, auf daß der Feind nicht hier in diesem Jammerthal sein Tück' an mir ausübe, Leib und Seel' nicht betrübe, und bring' mich nicht zu Fall.

6. Gott will ich lassen rathen, der alle Ding' vermag. Er segne meine Thaten, Bornehmen und mein' Sach'! Ihm hab' ich heimgestellt mein'n Leib', mein' Seel', mein Leben und was er mir gegeben. Er mach's, wie's ihm gefällt!

7. Darauf so sprech' ich Amen! und zweifle nicht daran: Gott hört in Christi Namen mein Seufzen gnädig an. Drauf streck' ich aus die Hand, geb' an mein Werk mit Freuden; steh' du mir, Gott! zur Seiten in meinem Amt und Stand. I. M.

Mel.: Ich dank' dir, lieber Herre 2c. 7. Dank jei Gott in der Höhe in dieser Morgenstund', durch den ich jetzt aufstehe vom Schlaf frisch und gesund. Mich hatte zwar gebunden mit Finster­niß die Nacht; ich hab' sie überwunden durch Gott, der mich bewacht.

2. Hierauf will ich dich bitten, o Schutzherr Israel! du wollst treulich be­hüten den Tag mein'n Leib und Seel'. All' christlich Obrigkeiten, Kirch', Schu­len und Gemein' in diesen bösen Zeiten laß dir befohlen sein.

3. Erhalt' durch deine Güte uns deine reine Lehr'; vor Irrthum uns behüte, streit für dein Wort und Ehr', daß wir und unser Saame immer in einem Geist sprechen: Des Herren Name sei groß und hochgepreist!

4. Dem Leibe gieb' daneben Nahrung und guten Fried', gesundes, mäßzig's Le­ben, dazu ein froh Gemüth, daß wir in allen Ständen Tugend und Ehrbar­

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keit lieben, und Fleiß d'rauf wenden in dieser Gnadenzeit.

5. Gieb deinen milden Segen, daß wir auf dein Geheiß wandeln auf guten Wegen, thun unser Amt mit Fleiß; daß ein Jeder sein' Neßze auswerf, und auf dein Wort den Troft mit Petro ſetze; so geht die Arbeit fort.

6. Was dir gereicht zu Ehren und der Gemein' zu Nutz, das will der Satan wehren mit List und großem Truh; doch kann er's nicht vollbringen, weil du, Herr Jesu Christ, herrscheft in allen Dingen und unser Beistand bist.

7. Wir sind die zarten Reben, der Weinstock selbst bist du, daran wir wach­sen, leben, und bringen Frucht dazu. Hilf, daß wir an dir bleiben, und wach­sen immer mehr. Laß deinen Geist uns treiben zu Werken deiner Ehr'!

I. M.

Mel.: Aus meines Herzens Grunde 2c.

* 8. Des Morgens erste Stunde soll dir, Gott! heilig sein. Das Herz stimmt mit dem Munde zu Lobgesängen ein. Ob ich dein Lob hier schon mit schwachen Lippen lalle; doch weiß ich, es gefalle dir, Herr! durch deinen Sohn.

2. Es hat mich deine Gnade in dieser Nacht bedeckt, daß mich kein Schmerz noch Schade verletzt, ja nur geschreckt. Der Schlaf hat mich erquickt, daß nun mit frischen Kräften, zu des Berufs Ge­schäften mein Geist sich freudig schickt.

3. Beschirme mich auch heute, wenn Satan Netze legt. Hilf, daß ich wider­streite, sobald das Fleisch sich regt. Laß mich den ganzen Tag vor deinen Augen wandeln, daß ich nicht blos fromm han­deln, nein auch fromm denken mag.

4. Fromm laß mich, doch gesellig, klug, doch von Falschheit rein, freimüthig, doch gefällig und stark zur Tugend sein; daß Nichts den Muth bestürzt, kein Zorn die Liebe hindert, den Ernst noch Sanftmuth lindert, den Scherz noch Weisheit würzt.

5. Was dein Gebot verletzet, laß nie mit Lust mich schau'n. Wenn es die Welt ergötzet, erweck' es mir doch Grau'n. Schnell wirkt des Lafters Gift. Nichts, Nichts sei mir verhaßter; doch daß mein Haß das Laster, nicht meinen Mitknecht trifft.

6. Des Nächsten Ehre schmälern, ent­1*