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Beim Glockenschlage.
9. Gott, der du Alles weißt, was könnt' ich dir verhehlen? Ich fühle täglich nech die Schwachheit meiner Seelen. Vergieb durch Christi Blut mir die verletzte Pflicht; vergieb und gehe du nicht mit mir ins Gericht!
10. Ja, du verzeihest dem, den seine Sünden fränken, du liebst Barmherzig keit und wirst auch mir sie schenken. Sei auch in dieser Nacht( in diesem Jahr) mit Gnade über mir! Leb' ich, so leb' ich dir! Sterb' ich, so sterb' ich dir!
C. F. G.
Mel.: Freu' hich sehr, o meine Seele 2c. * 3. Herr! ich zähle Tag und Stunden und der Jahre schnellen Lauf. Ach, wo sind sie hingeschwunden? Hört doch Alles bei uns auf; geht doch endlich Alles ein. Doch es soll jetzt also sein. Nach dem Wandel hier auf Erden, da werd' ich erst ewig werden.
2. Gott, du Ursprung aller Dinge, der du warst, da noch Nichts war! unser Alter ist geringe, aber du lebst alle Jahr. Ewig wird dein Reich besteh'n, ewig dein Befehl ergeh'n, und wenn Alles sollte schweigen, werden's Höll' und Himmel zeugen.
3. Wohl demnach uns, deinen Freunden, wenn wir ewig werden ruh'n; aber weh auch deinen Feinden, die beständig Böses thun. Ihre wohlverdiente Pein, die wird unaufhörlich sein, und sie werden alle müssen ihre Thorheit ewig büßen.
4. Denkt, ihr Menschen, an die Länge, die Niemand ausdenken kann, gebet Acht auf eure Gänge, stellet Alles christlich an. Wollet ihr nichts Uebels thun, den tet oft an's letzte Nun! Denn hernach ist Nichts zu hoffen; jetzt nur steht der Himmel offen.
5. O wie wohl ist uns geschehen, daß ein Christ das wissen kann! Eh' wir jene Welt noch sehen, hat es Gott uns fund gethan. Ihm sei Dank in dieser Zeit, ihm sei Dant in Ewigkeit! Ewig soll mein Herz ihn ehren, ewig seinen
Ruhm vermehren!
C. N.
Morgenlieder.
näher kommen. Mein Jesu! schlag' an meine Brust, weil mir die Stunde nicht bewußt, die meine Zeit beschließet.
2. Soll diese nun die letzte sein von meinen Lebensstunden, so schließ mich durch den Glauben ein in deine thenern Wunden! Doch giebst du mir noch eine Frist, so schaffe, daß ich, als ein Christ, Dir leb' und selig sterbe.
B. S.
Mel.: Wenn mein Stündlein kömmt 2c.
* 4. Die Glocke schlägt und zeigt damit: die Zeit hat abgenommen. Ich bin schon wieder einen Schritt dem Grabe
Mel.: Wach' auf, mein Herz 2c.
5. Auf, auf, ihr muntern Sinne, halt't euch nicht länger inne. Die Nacht ist schon vergangen, die mich zuvor umfangen.
2. Der Sonne holdes Blicken ruft, daß ihr euch sollt schicken, zu preisen Gottes Güte mit fröhlichem Gemüthe.
3. Seht, wie sie sich erneuet am Morgen, und erfreuet die, so bei dunkeln Schatten sich ihr ergeben hatten.
4. Mein Gott! dein Schutz und Sorgen macht, daß an diesem Morgen ich kann dein Lob besingen und Morgenopfer bringen.
5. Ich preise deine Gabe. Wo ich gefündigt habe, so lasse, Herr! aus Gnaden dasselbe mir nicht schaden.
6. Der Vorsatz ist beschlossen, zu dieWillen, soviel ich kann, erfüllen. nen unverdrossen, dir, Vater! deinen
du mir gegeben; dein Beistand muß ver7. Regiere du mein Leben und was richten, was ich selbst nicht kann schlichten.
8. Und weil bei jedem Tage sich findet seine Plage, so schaff', daß meine Seele sich nicht darüber quäle.
9. Dein ist, was ich besitze. Gieb, daß ich es so nüge, daß ich zu deiner Ehre mein ganzes Leben kehre.
V. E. L.
6. Aus meines Herzens Grunde sag' ich dir Lob und Dank in dieser Morgenstunde, dazu mein Leben lang, o Gott! vor deinem Thron zu deinem Preis und Ehren durch Christum, unsern Herren, dein'n eingebornen Sohn,
in der vergangnen Nacht vor Noth, Ge2. Daß du mich, Herr! aus Gnaden fahr und Schaden behütet und bewacht, und bitt' demüthiglich, du wolleft mir vergeben, womit in diesem Leben ich oft erzürnet dich.
3. Du wollft auch mich behüten aus Gnaden diesen Tag vor Teufels Lift und


