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Katholisches Gesang- und Gebetbuch für die Erzdiözese Freiburg
Entstehung
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dem Herrn erwerben, wenn er ihnen das Seinige hinterläßt, als wenn er es den Armen oder Kirchen schenkte.

Vor Allem aber muß der Kranke, der sich etwa fremdes Gut zu­geeignet hätte, darauf bedacht seyn, dieses seinem rechtmäßigen Herrn oder dessen Erben so viel nur möglich zu erstatten, oder wenn dieses unmöglich wäre, den Betrag unter die Armen austheilen.

Der Kranke soll den Empfang der heiligen Sakramente nicht auf­schieben! Er lasse sich nicht davon abhalten durch eitle Rücksicht auf Menschen, oder durch die thörichte Ansicht, als müsse alle Hoff­nung zur Wiedergenesung verloren seyn, wenn man die Tröftungen der Religion empfange. Christus hat eben die heiligen Sakramente als fräftige Mittel gegen den zeitlichen und ewigen Tod eingeſetzt; wohl Dem, der sie bei Zeiten gebraucht, ehe die kalte Hand des Todes ihn befinnungslos macht! Es gilt die Ewigkeit, in der eine endlose Neue über das folgen könnte, was in dieser Zeitlichkeit ver­säumt worden.

Gebete.

1. Gott, himmlischer Vater! Mit einem aufrichtigen Buß­geiste nehme ich alles Kreuz und Leiden, ja den Tod selbst von deiner väterlichen Hand an. Ich unterwerfe mich mit Leib und Seele deinem allerheiligsten und alle Zeit gerechten Willen. Verfahre mit mir nach deinem Wohlgefallen. Ich vereinige mich mit dem am Kreuze leidenden und sterbenden Jesus. Mein Gott und mein Erlöser! In deine Hände empfehle ich meinen Geist.

2. Mein Gott und Herr! Ich bete deine gerechten Urtheile an und erkenne das Ungerechte meiner Klagen. Ich leide, es ist wahr, ich bin arm und dürftig"( Ps. 85)! ich habe aber wegen meinen Sünden ein ewiges Leiden verdient, und deine unendliche Barmherzigkeit will dieses in ein zeitliches verän­dern. Fern sey von meinem Herzen die mindeste Regung der Ungeduld, fern sey von meinem Munde auch nur ein einziges Klagewort! Dieser Leib, der ein Werkzeug der Sünde war, mag dafür büßen. Hier in dieser Welt verhänge, o Herr! über mich die wohlverdiente Strafe deiner Gerechtigkeit. Glück­lich schäße ich mich, des bittern Kelches hier theilhaftig zu werden; verschone meiner nur in der Ewigkeit. Dies ist, um was ich Dich, o mein Gott! von ganzem Herzen bitte.

3. Gütigster Jesus! Du hast den Willen deines himm­lischen Vaters immer getreu erfüllt. Verleih mir deine Gnade, daß sie mit mir sey, mit mir arbeite, und bei mir bis an das Ende verbleibe. Gib, daß ich allzeit verlange, was Dir wohlgefällig ist! gib, daß dein allerheiligster Wille auch der