Vorbereitung zum heiligen Abendmale.
ten will ich ihm für seine Liebe und für seine Wohlthaten. Berpflichten will ich mich ihm auf's Neue zu be: ftåndigem Glauben, zu ewiger Liebe, zum willigsten, völligsten Gehorsam, zur treuesten Nachfolge. Freuen will ich mich seiner; und ich muß mich hier schon seiner freuen lernen, wenn ich mich dort seiner freuen will. Empfinden will ich, wie selig ich hier schon durch ihn bin; und ich muß hier schon durch ihn selig sein und zu werden suchen, wenn ich es dort werden will. Wenn ich jetzt, da ich das Nachtmal Jesu feiern will, we nig oder gar nicht an ihn denken, wenig ober gar nicht seine Liebe und seine Wohlthaten erwägen, wenig oder gar nicht meine Verpflichtungen gegen ihn erkennen wollte; wenn ich ohne Nachdenken und Ueberlegung und noch mehr, ohne Rührung und Empfindung des Herzens, wenn ich bloß aus Gewohnheit sein Abendmal halten wollte, so würde ich es unwürdig, gebrauchen. Nein, nein, ich will mich jest mehr als sonst mit Jesu und mit dem Andenken an ihn beschäftigen. Ueberzeugung von Pflicht, Drang meines Herzens, Dankbarkeit, Liebe und Ergebenheit verlangen, ihm meinen Dank, meine Liebe, meine Ergebenheit feierlich zu bezeigen, Begierde nach neuer Kraft zum Glauben und zur Liebe gegen ihn, die Sorge für das Heil meiner Seele sollen mich zu seiner Zafel führen. Ich will nie, am wenigsten aber jegt vergessen, was er an mei: ner Seele gethan hat.
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Ich will aber auch untersuchen, ob ich mich jest in einer solchen Ber= fassung meines Gemüths und Lebens befinde, daß ich die Absichten des heiligen Abendmals erfüllen und den Nußen desselben erreichen kann, und mich in eine solche Verfassung zu sehen suchen. Das Abendmal und jede Feier desselben soll mir nüßen, und mit jedem Male mehr nüßen. Es soll meinem Glauben mehr Festigkeit und Ueberzeugung, mehr Freudigkeit und Zuversicht gewähren und ihn gleichsam in Schauen verwandeln, indem ich anhaltender über Jesum denke, mich mit meinen Gedanken in sein ehemaliges Leben auf Erden, und in seine gegenwärtige Herrlichkeit im Himmel vers sehe, ja seinen Leib effe und sein Blut trinke, das er um unsrer Súnde willen dahin gegeben hat. Es soll meiner Tugend neue Kraft und neues Leben mittheilen, soll mich von der Sünde zurückschrecken und in dem Entschlusse stårken, mich Jesu ganz zu heiligen. Es soll endlich mich ruhiger und zufriedener im Leben, getroster in der Noth und im ZTode, in Zeit und Ewigkeit seliger machen. Und wenn ich diesen Nuken von der Feier des Abendmals verspüre, wenn ich durch jeden Gebrauch desselben im Glauben fester, in der Tugend stårker, im Herzen ruhiger, zufriedener und seliger werde, so effe und trinke ich würdig. Wer abet diesen Nugen von dem Gebrauche des Abendmals nicht hat, wer dadurch neue Stärke im Glauben, neue Kraft b zur


