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Dresdner Gesangbuch : auf höchsten Befehl herausgegeben
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Communionandachten.

zur Tugend, neuen Trost und neue Hoffnung nicht erlangt, wer eben so schwach bleibt im Glauben, in der Liebe und in der Hoffnung als er zuvor war, wer immer noch die Sünde liebt und thut, wie ehedem, der isset und trinket unwürdig.

Befinde ich mich nun jegt in ei­ner solchen Gemüthsverfassung, daß ich das heilige Abendmal würdig und mit Nugen gebrauchen kann? Habe ich Zeit genug, meine Gedan­ten zu sammeln und sie mehr, als sonst, auf Jesum zu richten? Ist Jesus meinem Herzen theuer, ist mir das Undenken an ihn erwünscht und willkommen? Erkenne und schåge ich seine Liebe und sein Ver: dienst? Weiß ich es, wie viel ich ihm schuldig bin? Glaube ich mit 3uversicht, in ihm meinen Heiland und Seligmacher, so wie den Hei­land und Seligmacher der ganzen Welt zu finden? Bin ich bis zu ei ner lebendigen Ueberzeugung ge­wiß, daß ich, wenn ich an ihn glau­be, nicht verloren gehn, nie unglücks felig sein und werden, sondern das ewige Leben haben werde? Em­pfinde ich Dankbarkeit, Liebe, Ver­trauen und Gehorsam gegen ihn? Giebt mir mein Herz und Leben das Zeugniß: daß ich in der That und Wahrheit ein Nachfolger Jesu bin, daß ich mich beeifere, es zu sein, und seinen Belehrungen, seinen Vorschriften und seinem Vorbilde gemäß zu denken, gesinnt zu sein und zu handeln? Wünsche ich mir neue Kraft, zu leben im Glauben

des Sohnes Gottes, in diesem Glaus ben zu beharren bis an's Ende, und in diesem Glauben den Gott zu lies ben, der uns zuerst geliebet hat, Jesum zu lieben, der uns geliebet hat bis in den Tod, alle Mitchris sten zu lieben, weil wir Glieder eines Leibes sind, dessen Haupt Christus ist, alle Menschen zu lies ben, weil Christus sich für alle das hingegeben hat, auch Feinde zu lie­ben, weil Christus für uns gestorz ben ist, da wir auch seine Feinde waren? Freue ich mich Jesu und meiner Gemeinschaft mit ihm, fins de ich mich in derselben glückselig, wünsche ich, ihm immer näher zu kommen, immer noch inniger mit ihm verbunden zu werden? Ist das die Stimmung meines Gemüths, ift dieß wirkliche Empfindung, wirkliz cher Wunsch, wirkliches Streben meiner Seele, dann befinde ich mich in einem solchen Zustande, in wel­chem ich das heilige Abendmal mit Nußen feiern kann. Und je mehr dieß die Stimmung meines Ges múths ist, mit desto größerm Nußen werde ich das Abendmal des Herrn feiern.

Bin ich aber jegt zu sehr zers streut in die Geschäfte und Sorgen dieses Lebens; mangelt es mir an Zeit zum ruhigen Nachdenken über Jesus; ist mir Jesus gleichgültig; bin ich unempfindlich gegen seine Liebe und seine Wohlthaten; ist mir sein Tod am Kreuze nicht wich­tig; zeige ich meinen Glauben nicht durch meine Werke; gebe ich mich

bloß