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bin ich, daß ich es wage, Dich meinen Vater zu nennen und mich Dein Kind? Ich wagte es nicht, hättest Du es mir nicht geboten. O Du Freund der Menschen, wie groß ist Deine Güte, daß Du der Vater der Sünder genannt seyn willst! Du guter Vater, so sehr hast Du uns geliebet, daß Du Deinen eingeborenen Sohn dahin gabst, auf daß Alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Herr, mein Gott, vergieb es mir, wenn ich es wage, Dich anzurufen als meinen Vater, ich thue es ja nicht aus Vermessenheit, ich thue es nur Deiner liebevollen Güte wegen. Groß muß es seyn, das Vertrauen, mit dem wir Dir entgegen gehen und Dich anbeten sollen, den wir in unseres Flehens Beginn schon Vater nennen dürfen. Denn wo ist ein Sohn, den sein Vater nicht liebe? Was ist's, das der Sohn nicht vom Vater erlangte? Ich schaue auf Dein unsägliches Erbarmen, und vertraue froh, das von Dir zu erlangen, um was ich flehe für meiner Brüder Heil, o Vater, der Du nicht nur mein, der Du unser Vater bist. Zu Dir komme ich mit Zuversicht; nicht Kleines nur, Großes, die höchste aller Gaben hoffe ich von Dir zu erlangen, wenn ich nicht nur für mich, wenn ich auch für Eltern, Verwandte und Vertraute, für Freunde und Feinde bete.
Wohl weiß ich es, Herr, mein Gott, allmächtiger Vater, daß Du selber überall biſt,


