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wie Du Alles selbst ohne Mittelwesen schufest und allem beistehest, es zu erhalten, damit es nicht wieder in Nichts zerrinne. Alles siehest Du, der Du allenthalben bist, und Nichts kann Deinem Auge entgehen; die Finsterniß kann Dich nicht decken, denn die Nacht wird Licht um Dich. Alles durchdringt Deine Kraft und wirkt Alles, der Du Alles lenkest mit Deiner Macht. Nirgends denn brauche ich Dich zu suchen, als nur allein in meinem Herzen. Denn wo soll ich hingehen vor Deinem Geiste, und wo soll ich hinfliehen vor Deinem Angesichte? Führe ich gen Himmel, so bist Du da, bettete ich mich in die Hölle, siehe, so bist Du auch da. Herr, mein Gott, warum sprach ich denn: der Du im Himmel bist! Bist Du denn nicht auch auf Erden? Im Himmel sind die Engel und Seligen, in denen Du viel herrlicher bist, als in den übrigen Wesen, die, verglichen mit Ihnen, wie Nichts sind. Auch Deine Heiligen sind der Himmel, erhoben über Alles, was von dieser Welt ist. Rein, voll Einfalt, im nie entweihten Lichte, im Himmel ist ihr Wandel immerdar. Du bist in ihnen durch Deine Gnade, ohne die Alles in dieser Welt Nichts ist. In diesem Himmel bist Du nach Deiner Güte und Freundlichkeit, und Du gebeutst uns, wir sollen dorthin unseren Geist erheben, sollen mäßigen alle irdischen Triebe und nichts Jrdisches wünschen auf Erden, da Du ja dennoch im Himmel bist und nicht auf Erden. Der


